| 4. März 2013

Management & People Skills

Chef als Karrierecoach: Fachkräfte binden und Synergieeffekte freisetzen

Chef als Karrierecoach: Fachkräfte binden und Synergieeffekte freisetzenHinter jedem Profisportler steht ein engagierter Coach. Seine Aufgabe ist es zu motivieren und zu fördern, Grenzen zu erkennen und einen individuellen Trainingsplan zu erstellen. Er ist es auch, der kämpferische Disziplin erwartet, Topleistungen fordert und lobt wenn diese erbracht werden.

Was für den Sport gilt, das trifft auch auf den Beruf zu. Aber nicht jeder, der ein Unternehmen gründet ist automatisch auch ein guter Chef.

KMUs haben Nachholbedarf

In Konzernen sind Themen wie Personalentwicklung und Weiterbildung schon lange institutionell etabliert. Im Mittelstand dagegen hängt das Karriere-Coaching zum größten Teil von einer Person und ihrem Führungsstil ab – dem Chef. Studien belegen, dass hier der Mittelstand noch Nachholbedarf hat. Das Ergebnis einer Umfrage zeigt, dass ein Drittel der 6000 Befragten nie ein Coaching bekommt und 28 Prozent höchstens einmal im Jahr. Dabei wünschen sich 88 Prozent der Arbeitnehmer einen Vorgesetzten, der auch ein guter Karriere-Coach ist. Dreiviertel (77%) teilen die Meinung, dass eine Karriereförderung dazu beitragen würde, ihre Arbeitsleistung zu verbessern.

Den meisten Mittelständern scheint noch nicht klar zu sein, dass sie um die gleichen Arbeitnehmer und Fachkräfte buhlen wie die Konzerne. Zum einen steigert ein Karriere-Coaching die Attraktivität als Arbeitgeber und zum anderen sorgt es für zufriedene Mitarbeiter, die sich gerne an das Unternehmen binden. Chefs, die sich in Ausbildungsinstituten schulen lassen, lernen die Kräfte ihrer Mitarbeiter freizusetzen, Potential zu erkennen und zu entfalten sowie Konfliktmanagement zu betreiben und Zielvorstellungen zu kanalisieren.

Individuelle Förderung

Wenn Menschen zusammen arbeiten, prallen unterschiedliche Überzeugungen, Bedürfnisse und Werte aufeinander. Die Aufgabe sowohl als Chef, als auch als Coach liegt darin, Probleme in Ziele zu verwandeln und neue Perspektiven aufzuzeigen. Durch wirkungsvolle Coaching-Instrumente kann ein Team komplexe Prozesse analysieren und anhand von Hebelwirkungen innerhalb der Gruppe Synergieeffekte erkennen. Das spart Zeit, Energie und schweißt zusammen, weil jeder Teil des Prozesses ist und dazu lernt.

Eine Herausforderung im Karriere-Coaching ist, dass nicht alle Arbeitnehmer gleichermaßen auf das Coaching reagieren. Unterschiedliche Persönlichkeiten brauchen ein individuelles Training. Um heraus zu finden, zu welcher Typ-Kategorie die Mitarbeiter gehören, ist eine Persönlichkeitsanalyse der Mitarbeiter hilfreich. Beispielsweise werden bei der Insights-Methode die Angestellten einem Menschen-Typ mit der Farbe Rot, Gelb, Grün oder Blau zugeordnet, wobei jede Farbe für bestimmte Charaktereigenschaften steht. Das Spektrum reicht vom machtorientierten Vorstandstyp bis zum harmoniebedürftigen Teamplayer.

Nutzen für das Unternehmen

Die sich aus dem Karriere-Coaching ergebenden Vorteile liegen auf der Hand:
Die Arbeitsleistung und die Produktivität werden gesteigert. Arbeitgeber können wertvolles Potenzial schöpfen und Prozesse innerhalb des Unternehmens effizienter machen. Gleichzeitig lernen sie die Kompetenzen des Teams besser einzuschätzen und können diese gezielt einsetzen. Je höher der Grad an Qualifikation eines Mitarbeiters, desto höher ist auch der Nutzen für das Unternehmen. Ein Arbeitgeber, der die Weiterbildung und Förderung der Mitarbeiter unterstützt, wird außerdem wertgeschätzt. Die erworbenen Kenntnisse der Angestellten können im Berufsalltag und bei Projekten eingebracht werden, welches wiederum für Erfolgserlebnisse sorgt und die Teamarbeit fördert. Engagement, Motivation und nicht zuletzt Vertrauen in die Chefetage sind das Ergebnis. Eine Win-Win-Situation also – für alle Beteiligten.

(Bild: © imageteam – fotolia.de)

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