Barcamp Nürnberg 2012: Wie der Depp ohne App Powerpoint-Karaoke singt

Veröffentlicht am 2. März 2012 in der Kategorie Management & People Skills von

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Barcamp NürnbergWeb Web Hurra! Das Barcamp war wieder da! Am Wochenende vom 24.-26.2. 2012 haben sich wieder Hunderte Interessierte zu verschiedenen Sessions zusammengefunden und wir waren dabei. Los ging es Freitag Abend im Süd-West-Park Nürnberg mit ein bisschen Socializing, Kickern und einer ersten spontanen Session-Planung.

Für alle Neulinge: Eine Session kann alles sein, eine Präsentation, ein Workshop oder auch einfach nur eine nette Gesprächsrunde. Thema ist dabei völlig frei und jeder - der möchte und Interessierte findet - kann eine Session anmelden.

Nach unterhaltsamen Gesprächsrunden zu Google+ Unternehmensseiten und dem Nutzen von Xing haben wir uns erstmal in der Lounge ein nettes Plätzchen gesucht und ein Best-Of Pecha Kucha genossen. Pecha Kucha ist ein Vortragsformat mit 20 Slides á 20 Sekunden bis zum Folien-Wechsel. Damit bleiben einem also etwas über 6 Minuten um ein selbst gewähltes Thema vorzustellen.  Sehr unterhaltsam! Und wenn es das nicht ist, ist es nach ca. sechs Minuten auch schon wieder vorbei.

Vor allem die comedyreife Vorstellung zum Thema "Wie sieht ein Notarztwagen von innen aus und was macht man mit dem ganzen Zeug?" hat unsere Lachmuskeln ganz schön strapaziert. Aber auch der Künstler, der seine Objekte einfach über den Zaun wirft oder gerne mal dem Auswärtigen Amt zustellt, war mehr als einen Lacher wert! Wer so spät keine Lust mehr hatte, nach Hause zu fahren oder von weit weg angereist ist, konnte auch im Süd-West-Park die Nacht verbringen und sogar am nächsten Morgen duschen. Bereits an dieser Stelle: Großes Lob für die Orga.

Langsam trudeln alle ein zur Sessionplanung in der Lounge

Langsam trudeln alle ein zur Sessionplanung in der Lounge

Der Barcamp-Samstag: Microsoft-Bashing und selbstgebaute Zahnbürsten-Roboter

Am Samstag ging es dann richtig los mit einem guten Frühstück, Vorstellungsrunde und der Session-Planung fürs Wochenende. Die Themen waren breit gefächert. Wir haben von allem etwas mitgenommen und können jetzt nicht nur mit Drehbuch und Storyboard präsentieren, sondern euch auch den jeweiligen Wochentag zu jedem beliebigen Datum sagen (ohne in den Kalender zu schauen!). Von Memo-Techniken, Präsentationstechniken, Entwicklertool und Open Projektmanagement bis hin zu einem Vortrag über "Richtig futtern" war alles dabei.

Der Session-Tag ist dann bei einer liebevollen Runde Microsoft-Bashing ausgeklungen. Drei Mitarbeiter von Microsoft haben sich den Fragen von verärgerten Usern gestellt. Sie haben zwar gleich zu Beginn versucht die kritische Runde mit Popcorn milde zu stimmen, hatten allerdings nicht viel Erfolg. So wurde munter drauf los gefragt, kritisiert und zur Sicherheit lieber nochmal nachgefragt - alles, was man jemals Microsoft fragen wollte. Ein riesen Kritikpunkt war beispielsweise das Lizenzmodell - oder besser gesagt der unglaublichen Masse an unverständlichen Lizenzmodellen.

Das Gemeinschaftswerk von unternehmer.de und insertEFFECT: Der Bumblebee-Bot

Das Gemeinschaftswerk von unternehmer.de und insertEFFECT: Der Bumblebee-Bot

Als Abendbeschäftigung haben wir uns dann in das mobile FabLab gestürzt. Aufgabe war es innerhalb einer halben Stunden einen Roboter zu bauen. Das Herzstück war ein kleiner Motor mit Unwucht, angetrieben von einer Batterie. Voraussetzung war: Der Roboter muss sich auf Zahnbürsten fortbewegen! Herausgekommen ist unser Bumblebee-Bot, der zweimal den zweiten Platz belegt hat ("Lustigstes Design" & "Schnellster Roboter").

Danach wurde dann wieder Unterhaltsames in der Lounge geboten: PowerPoint-Karaoke! Wir kannten dieses Format so auch noch nicht, waren aber sofort begeistert. Bis zu 15 Freiwillige konnten sich melden und on-the-fly zu einer ihnen nicht vorher bekannten Präsentation lustige Dinge referieren. Jede Präsentation bestand aus 36 Folien. Jede Folie wurde zufällig lange eingeblendet - manche waren nach ein paar Sekunden schon weitergesprungen, andere blieben erschreckend lange auf der Leinwand stehen.

Und wenn man dann noch offensichtlich etwas über Zugfahrten in der Schweiz erzählen muss (weil die 36 Folien nur aus Zügen, Bergen und Tunneln bestehen) - ja, dann muss man schon kreativ werden. Den wohl schwersten Job hatte allerdings ein Redner mit einer Präsentation, die komplett aus japanischen Schriftzeichen bestand.

Eine Jury gab es natürlich auch, ganz nach dem Vorbild von "Unser Star für Baku" und "Germany's next Topmodel". Wir überlegen gerade dieses Format auch in unseren Besprechungen einzusetzen, als lustigen Ausklang in die Mittagspause. Mal sehen, ob sich Begeisterte finden.

Der Barcamp-Sonntag: Nerd-Fu, der wehrhafte Codemonkey  und warum Immobilienportale nerven

Auch der Sonntag wurde mit lecker Frühstück und Sessionplanung eingeläutet. Von 11-16 Uhr gab es also nochmal einiges zu hören. Wir haben uns erstmal für die Session "Nerd-Fu, der wehrhafte Codemonkey" entschieden. Unser Programmierer ganz in der Hoffnung etwas übers Programmieren zu hören. Wie sich aber bald herausgestellt hat, sollte es ein Selbstverteidigungskurs sein. Spätestens als wir alle im Kreis standen und uns gegenseitig außer Gefecht gesetzt haben, wurde es dem Letzten klar. Wir wissen jetzt in jedem Fall, was zu tun ist, wenn uns jemand eine Ohrfeige verpassen will oder versucht uns am Handgelenk irgendwohin zu schleifen.

Nach einer kurzen Kuchenpause ging es dann weiter zur Session "Immosucks: Warum Immo-Websites nix taugen". Da ein Großteil des Immowelt-Teams da war, wurde rege diskutiert, erklärt und gefragt. Und dann war es auch schon 16 Uhr, alle Teilnehmer haben in Rekordzeit mit aufgeräumt und so war das Barcamp auch schon wieder vorbei. Da aber am Barcamp-Wochenende parallel auch der Global Service Jam stattgefunden hat, haben wir uns ein Stockwerk höer noch die Schlusspräsentationen der Jam-Teams angeschaut.

Wer übrigens alle Sessions des Barcamps sehen möchte, der findet sie hier.

Zur Website des Barcamps geht es hier.

Wir freuen uns schon auf das nächste bcnue!

Parallelveranstaltung zum Barcamp: Global Service Jam

Kreative Stimmung im Jam-Raum

Kreative Stimmung im Jam-Raum (Foto: Andreas Fehr)

Parallel zum Barcamp hat dieses Jahr auch die Global Service Jam ihre Lager im Süd-West-Park aufgeschlagen. Thema für diese Jam war: "Versteckte Schätze". Ziel ist es in 48 Stunden ein fertiges Konzept/Dienstleistung zu entwickeln und das passiert in hunderten Städten weltweit an demselben Wochenende. Am Ende werden die Ergebnisse auf eine gemeinsame Plattform hochgeladen. Für alle, die noch nicht wissen, was eine Jam ist, hier die Erklärung der offiziellen Jam-Seite:

Definition JamVielleicht hat ja der ein oder andere auch mal Lust auf eine Jam oder man sieht sich mal auf einem Barcamp. Wir würden uns freuen!