Erfolgsfaktor Ladezeit: Fährt Ihre Webseite mit angezogener Handbremse?

Veröffentlicht am 17. September 2010 in der Kategorie IT & Technik von

Nicht immer fressen die Schnellen die Langsamen, das ist wahr. Für die Ladezeit Ihrer Webseite gilt das jedoch ganz sicher. Viele Unternehmens-Webseiten fahren mit angezogener Handbremse durchs Internet – oftmals ohne dass die Unternehmer dies überhaupt wissen.

Doch das muss natürlich nicht so sein: In den folgenden Zeilen zeige ich Ihnen, wie Sie selbst die Ladezeit Ihrer Webseite in wenigen Minuten analysieren.

Die Ladezeit einer Webseite ist von entscheidender Bedeutung ...

... und zwar besonders im geschäftlichen Bereich, denn es sind potentielle neue Kunden, die Unternehmens-Webseiten lesen oder – bei zu langsam ladenden Webseiten – diese auf schnellstem Wege wieder verlassen. Doch da ein verlorener Webseiten-Besucher offensichtlich nicht leicht in einen neuen Kunden zu verwandeln ist, sollten Sie den Punkt Ladezeit nicht auf die leichte Schulter nehmen, sondern eine aussagekräftige Analyse Ihrer eigenen Webseite durchführen.

Aber warum sind zu langsame Webseiten ein echtes Problem für Unternehmen?

Die Antwort dürfte vielen von Ihnen bekannt sein: Moderne Internetsurfer sind ungeduldig. Eine hohe Rechenleistung der Computer in Verbindung mit fast flächendeckender DSL-Versorgung hat die Menschen an eine hohe Geschwindigkeit im Netz gewöhnt. Sogar das mobile Internet erreicht mittlerweile ernstzunehmende Übertragungsraten. Die Einführung einer Höchstgeschwindigkeit auf deutschen Autobahnen würde vermutlich aus dem gleichen Grund nicht akzeptiert oder nur unter großen Protesten durchsetzbar sein. Die Richtgeschwindigkeit liegt auf vielen Strecken bei 130 km/h, doch wer die Wahl hat fährt auch gerne schneller.

Ähnlich verhält es sich im Internet

Vor gar nicht allzu langer Zeit war DSL noch ein Fremdwort, ein externes 14.4-Modem war der weit verbreitete Standard. Ein langsamer Aufbau der Webseiten war der Normalzustand, die meisten Menschen waren zu diesem Zeitpunkt froh, überhaupt eine Verbindung zum Internet zu haben. Doch diese Zeit ist vergangen. Was heute zählt ist Speed. Schneller, höher, weiter. Entweder eine Webseite lädt rasch oder viele Menschen verlieren das Interesse, denn die nächste Webseite ist im weltweiten Netz lediglich einen Klick entfernt. Aus Sicht der Webseiten-Betreiber ist ein solches Verhalten natürlich eine Katastrophe, denn die nächste Webseite, die ein ungeduldiger Kunde ansteuert, ist im Regelfall die Webseite der Konkurrenz.

Was ist also zu tun?

Die Optimierung der Ladezeit einer Webseite ist zum Glück keine Hexerei. In vielen Fällen sind es wenige Element auf einer Webseite, die als Handbremse wirken. Lösen Sie diese Handbremse und schon fahren Sie etwas schneller. Für eine erste Analyse eignet sich der kostenlose Ladezeit-Check, den Sie hier finden. Tragen Sie dort die URL Ihrer Webseite ein und Sie bekommen in wenigen Augenblicken eine erste Einschätzung der Geschwindigkeit Ihrer Webseite, sowie erste Tipps zur Verbesserung der Situation.

Kostenloses Add-on

Für Fortgeschrittene empfiehlt sich das kostenlose Firefox Add-on Page Speed. Diese Software liefert umfangreiche Analysen und gibt sehr konkrete Hilfestellungen zur Optimierung der Ladezeit Ihrer Webseite. Die vorgeschlagenen Optimierungsschritte sind jedoch zum Teil sehr technisch, daher müssen Sie ggf. Ihren Webdesigner um Hilfe bitten. Unabhängig davon, ob Sie selbst die Fähigkeiten besitzen die technischen Handbremsen zu lösen oder nicht, führen Sie in jedem Fall einen ersten Ladezeit-Check selbst aus, dann wissen Sie genau, wo Sie und Ihre Webseite stehen. Fahren Sie einen windschnittigen Rennwagen oder einen digitalen Eselskarren?

Langfristige Überwachung der Ladezeit

Dazu eignen sich beispielsweise die Google Webmaster Tools. Unter dem Menüpunkt Google Labs >> Website-Leistung können Sie die Ladezeit Ihrer Webseite Monat für Monat kontrollieren und erhalten sogar grobe Vergleichswerte, die Ihnen verraten, wie Sie sich in Relation zu anderen Webseiten schlagen.

Es gibt auch immer wieder das Gerücht, die Ladezeit einer Webseite würde in Zukunft in den Algorithmus einiger Suchmaschinen einfließen und die Positionen der Webseiten auf den Suchergebnis-Seiten der Suchmaschinen beeinflussen. Möglich ist das, so richtig wissen kann das aber niemand. Sie haben Glück, denn es kann Ihnen eigentlich auch egal sein, denn Sie verbessern die Ladezeit Ihrer Webseiten schon heute für Ihre Webseiten-Besucher, damit sie sich auf Ihren Webseiten wohl fühlen und einige davon vielleicht zu Ihren neuen Kunden werden. Somit sind Sie auch für künftige Updates der Algorithmen im Punkt Ladezeit bestens vorbereitet.

(Bild: © Herby ( Herbert ) Meseritsch – Fotolia.com)