Der digitale Wandel in klassischen Berater-Berufen

Veröffentlicht am 11. April 2016 in der Kategorie IT & Technik von

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Die digitale Transformation, wie der Arbeitstitel für die Veränderungen im Rahmen der Digitalwirtschaft lautet, setzt sich mit immer schnellerer Geschwindigkeit durch alle Branchen durch. Konzerne haben eigene Abteilungen geschaffen, um sich auf den Wandel zu stellen. Doch wie reagieren die Unternehmen, die nicht die Ressourcen haben, um sich täglich mit den Herausforderungen zu beschäftigen?

Was hat sich geändert?

Schauen wir uns am Besten an, wie die klassischen Berufe sich bereits verändert haben, das gibt einen Ausblick, was jeder Unternehmer machen kann, um im Wettbewerb beständig zu bleiben. Im Grunde ist die Digitalisierung nichts anderes als eine Chance, Prozesse zu vereinfachen und massiv zu beschleunigen.

Weiterhin soll der Unternehmer oder sein Kunde so wenige Probleme bei den Prozessen haben wie möglich. So ist es technisch schon Standard, dass Buchhaltungen nur noch mit eingescannten Belegen vollautomatisch gebucht werden.

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Fernschaltungen ersetzen das Mandatserstgespräch und Webinare machen Spezialwissen aus der Beratung einer Vielzahl von Teilnehmern zugänglich. Ist daher die Frage berechtigt, ob es in vielleicht schon zehn Jahren keine Steuerberater und Unternehmensberater mehr gibt? Warum soll der Kunde sich noch mit lästigen Abschlussgesprächen und dem Vorstelligwerden in der Kanzlei beschäftigen, wenn es doch digital geht?

Unterstützung statt Ersetzung!

Wer das Gedankenkonstrukt weiterführt, wird schnell feststellen, dass die schöne digitale Welt eine Sache nicht kann: Inhalte schaffen! Der menschliche Verstand ermöglicht es, Vorahnungen zu treffen, die auf Erfahrungen und Einschätzungen basieren, und nicht aus bestehenden Daten. Somit ist es vor allem eine Frage der Anpassung des Prozesses und weniger der Inhalte.

Natürlich ermöglicht eine Internetrecherche es, sich selbst in bestimmten Themen als Leihe so zu belesen, das beispielsweise eine Eigenvertretung vor Gericht möglich wäre, doch ist der Mandant gewillt, dieses Risiko einzugehen und die entsprechende Zeit aufzuwenden? Daher sollten die klassischen Berufe und ihre Unternehmer sich vor allem eines auf die Fahne schreiben: die Nutzerfreundlichkeit.

"Machen Sie es dem Mandaten so angenehm und einfach wie möglich!"

Was per Email und Fernschaltung geregelt werden kann, sollte auch so geregelt werden. Für eine solche Arbeitsweise sind meist nur geringe Investitionen notwendig, und der der Nutzen für beide Seiten ist enorm. Früher gab es Termine, die nicht gehalten und verschoben werden mussten. Eine elektronische Aktenführung und ein Emailkontakt lassen den Unternehmer selbst entscheiden, wann er sich einem Thema widmet.

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Persönliches Gespräch bleibt unersetzlich

Somit sollte die fachliche Weiterbildung in Zukunft auch durch Recherche im Rahmen der Digitalisierung ergänzt werden. Insbesondere bei sehr erklärungsbedürftigen Themen, wie einer umfänglichen Unternehmensberatung, ist das persönliche Gespräch unersetzlich.

Die Frage ist jedoch, welche Teile des Prozesses auch digital umgesetzt werden können. Wird dem Interessenten oder dem neuen Mandanten die Chance gegeben, erste Informationen kurz und knapp im Internet zu bekommen? Wer dort für sich objektive Schwächen entdeckt, kann sich sehr leicht Hilfe holen.

Neukunden durch Empfehlungen gewinnen

Ein weiterer elementarer Punkt ist die Gewinnung von Neukunden. Je erklärungsbedürftiger die Dienstleistung, desto fragmentierter der Markt und desto mehr Empfehlungsgeschäft besteht. Insbesondere, weil es oft keine objektiven Beurteilungskriterien für den potentiellen Neukunden gibt.

Immer mehr Plattformen haben es sich deshalb zur Aufgabe gemacht, eine objektive Meinungsbildung zu ermöglichen. Was bei den Zahnärzten und Allgemeinmedizinern schon Standard ist, wird auch eher früher als später die Beratungsberufe treffen. Was soll der Anwalt also tun, wenn er bisher ausschließlich über Empfehlungen gearbeitet hat? Er muss sich mit den Themen beschäftigen, als würde er noch einmal ganz von vorn beginnen.

Der digitale Wandel in klassischen Berater-Berufen

Sich selbst als Startup sehen!

Wie war es damals in den ersten Berufsjahren? Was kann ich heute machen? Sich selbst als Startup sehen und noch einmal gedanklich von neuem beginnen. Dadurch ergeben sich ganz automatisch neue Ideen und Ansätze, die unglaubliche Kraft und Energie freisetzen können. Es beginnt dabei,

  • zu prüfen, ob der eigene Webauftritt noch zeitgemäß ist, oder
  • einmal zu schauen, ob ich unter den für mich relevanten Begriffen überhaupt im Internet gefunden werde.

Ist das nicht der Fall, habe ich gleich ein Todo, das ich angehen kann. Es gilt das Prinzip der Universitätsvorlesung:

"Ich muss nicht der Beste sein, jedoch immer besser als mein Nachbar."

Digitale Transformation: Wenn nicht jetzt, wann dann?

Viele Unternehmer sehen für sich keinen Mehrwert darin, sich im Internet zu positionieren. Das ist die Gelegenheit! Wer diesen gedanklichen Vorsprung richtig nutzt, kann von vielen hundert, meist tausend Suchanfragen im Netz, Monat für Monat profitieren.

Was sollte der Unternehmensberater als erstes tun? Welche Aufgaben sind die wichtigsten? Der einzige sinnvolle Rat, der immer gilt: Einfach anfangen! Vielleicht bei den nächsten Mandaten einfach mal auf nur eine einzige neue technische Möglichkeit zurückgreifen.

Wenn es für beide Seiten gut funktioniert, dann auf das gesamte Unternehmen ausweiten. Ob Einzelkämpfer oder große Sozietät, es zählt nur Geschwindigkeit. Je eher ich mich mit den Themen beschäftige, desto schneller kann ich mir neue Geschäftsfelder erschließen und durch Effizienz meinen Gewinn steigern.

(Einzelbildnachweise: digital_comic, friends_forever by shutterstock.com)