Going Big: 8 typische Fallen der internationalen SEO

Veröffentlicht am 10. März 2016 in der Kategorie IT & Technik von

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Going Big: 8 typische Fallen der internationalen SEOHeute ist es für Unternehmen ein Leichtes, internationale Märkte über möglichst viele verschiedene Kanäle zu erreichen. Dabei spielt die Webseite und deren Optimierung für den neuen Markt eine zentrale Rolle – SEO ist auch hier das Stichwort, allerdings ist das Unterfangen im Gesamtkonstrukt der Expansion noch komplizierter als sie ohnehin schon ist, denn: Mit reiner Übersetzung der Texte ist es nicht getan. Warum? Das erfahren Sie jetzt.

Auch bei der internationalen SEO steht der Nutzer im Mittelpunkt. Wie sucht er? Was sucht er? Wieso entscheidet er sich für Sie oder Ihren Konkurrenten? Im Folgenden zeigen wir Ihnen die klassischen Stolpersteine der internationalen SEO, um den Expansionsplan auch online zu perfektionieren – und das bedeutet viel mehr, als sich von Google Translate zu verabschieden, denn: Der Teufel steckt wie so oft im Detail.

1. Keywords einfach übersetzen: Andere Länder, andere Sitten

Bei der Suchmaschinenoptimierung steht und fällt das gesamte Vorhaben mit den richtigen Suchbegriffen. Bedenken Sie dabei immer: „Falsch“ sind auch die Keywords, mit denen Sie in der Google-Suche zwar ganz vorne stehen, aber nicht die „richtigen“ Besucher auf Ihre Webseite ziehen – Relevanz ist auch hier Trumpf, da sich andernfalls kostbare Zeit und Geld in Luft auflösen.

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Wir gehen an dieser Stelle davon aus, dass Sie wissen, welche Suchbegriffe in Ihrem Heimatland und für Ihre Unternehmung die lukrativsten sind. Einfach wäre die internationale SEO nun, wenn Sie die Begriffe lediglich in die Zielsprache übersetzen müssten und sich anschließend entspannt zurückzulehnen könnten. Die Realität sieht jedoch ganz anders aus.

Nicht überall auf der Welt suchen die Menschen auf die gleiche Art und Weise. Aus diesem Grund sollten Sie – ausgehend von den national gültigen Keywords – vorab eine gründliche Keyword-Recherche für die Zielsprache beziehungsweise das Zielpublikum durchführen.

Experten-Tipp: Idealerweise testen Sie die entstandene Liste mithilfe einer Google AdWords Kampagne, um die tatsächliche Nachfrage zu bestimmen und um festzustellen, ob die gewählten Wörter tatsächlich zur erhofften Conversion führen. Wichtig ist an dieser Stelle jedoch,

nicht nur Conversions zu messen, sondern gleichzeitig wertvolle Daten über Eigenschaften und Verhalten der Nutzer zu sammeln.

2. Potenzialanalyse vergessen: Vorher Suchvolumen & Nachfrage prüfen!

Bevor Sie überhaupt eine Entscheidung im Rahmen der internationalen SEO treffen, sollten Sie neben der klassischen Marktanalyse auch eine Untersuchung speziell für den Suchmaschinenmarkt im Zielland durchführen.

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Typische Fragen sind dabei:

  • Welche Suchmaschinen sind interessant?
  • Wie viele monatliche Suchanfragen gibt es zum gewählten Thema?
  • Saisonale Schwankungen? Trends?
  • Wie stark ist die Konkurrenz in der organischen Suche?
  • Wie groß ist das Traffic-Potenzial?

3. Nach Sprachen oder Ländern unterscheiden?

Die Frage aller Fragen für Sie:

Sollte ich meine Webseite nach Ländern oder nach Sprachen aufteilen?

Schließlich erfordert das eine oder andere eine komplett verschiedene Strukturierung und Herangehensweise. Ein Beispiel:

1. Unterscheiden Sie nach Sprachen, so könnten Sie Spanien und den Großteil Südamerikas mit einer spanischsprachigen Webseite erreichen.

2. Unterscheiden Sie nach Ländern, müssten Sie für Spanien und die spanischsprachigen Länder Südamerikas jeweils eine eigene „Webseiten-Version“ erstellen – auch, wenn die Sprache hier immer spanisch ist.

Die Antwort auf die Eingangsfrage ist also abhängig davon, ob das Erreichen Ihrer Unternehmensziele vom Ort abhängig ist.

3. Nach Sprachen oder Ländern unterscheiden?

Typische Fragen sind dabei:

  • Suchen Nutzer im Zusammenhang mit dem Ort nach der Leistung oder dem Produkt, das angeboten wird? → Länder
  • Ist ein lokaler Auftritt ein Entscheidungsfaktor für Kunden? → Länder
  • Ist mein Angebot nicht regional beschränkt z. B. Software? → Sprachen

4. Die falsche Seitenstruktur

Ebenfalls eine häufige Frage im Bereich der internationalen SEO: Unterverzeichnisse, Subdomains oder ccTLDs – was ist besser? Grundsätzlich gibt es hier keinen perfekten Weg, vielmehr zeigt uns das Anwendungsgebiet den Weg:

1. ccTLDs

Wenn Sie nach Ländern unterscheiden wollen, sind ccTLDs die beste Lösung, da sie einen Ranking-Bonus im jeweiligen Land mit sich bringen.

Experten-Tipp:

Mithilfe des Attributs „hreflang“ stellt Google den Nutzern automatisch die URL für die korrekte Sprache und Region bereit.

2. Unterverzeichnisse

Geht es Ihnen rein um die sprachliche Differenzierung sind Unterverzeichnisse die vernünftigste Lösung. Der Grund dafür: Alles bleibt auf einer Domain, sodass Ihre gesamte Webseite von jedem weiteren Backlink profitiert. Gleichzeitig starten Sie auch im Ausland nicht bei null, sondern nutzen einen Teil der aufgebauten Ranking-Power direkt für die neue Sprache.

5. Keine komplette Lokalisierung der Inhalte und Struktur

Kostenoptimierung ist ein Muss in jedem Unternehmen, so viel ist sicher. An der falschen Stelle zu sparen, wird bei der internationalen SEO jedoch verheerende Folgen haben. Fakt ist, dass es mit einer „einfachen“ Übersetzung der bestehenden Textinhalte einfach nicht getan ist.

Häufig ist es die Kultur des Ziellandes, die expandierende Unternehmen straucheln lässt, da die Verantwortlichen Texte, Bilder und Navigation nicht anpassen – dabei wäre das so wichtig, denn: Der kulturelle Hintergrund verändert das Navigationsverhalten oder bestimmt wie und ob die Zielpersonen von verwendeten Bildern angesprochen werden.

Nehmen wir ein ganz einfaches Beispiel und dessen Folgen, um den Prozess zu verdeutlichen:

  1. Sie nutzen ein bestimmtes Icon, das in Deutschland selbsterklärend ist.
  2. Auf dem spanischen Markt sorgen Sie damit jedoch für totale Verwirrung. Einfach, weil es nicht geläufig ist.
  3. Die Folge ist, dass Ihre Absprungrate steigt und Ihre Abschlussrate im selben Zug sinkt.
  4. Doch damit nicht genug, denn auch Google zieht seine Schlüsse daraus: Da sich die Zahlen verschlechtern, heißt das für die Suchmaschine, dass Sie zu Ihrem Thema scheinbar weniger relevant sind als gedacht.
  5. Und das wiederum bedeutet einen (signifikanten) Positionsverlust im Ranking.

Experten-Tipp:

Auf die Kleinigkeiten kommt es an!

Gerne werden Title Tags und Meta Descriptions, also die Snippet-Optimierung, bei der Übersetzung vergessen, obwohl sie für Ihren Erfolg essenziell sind. So hat beispielsweise eine gut formulierte und spannende Meta-Beschreibung große Auswirkungen auf Ihre Klickrate in den Suchergebnissen und beeinflusst so (indirekt) Ihre Google-Platzierungen.

6. Kein eigenes Tracking-Konzept für die neuen Webseiten-Versionen

Tracking ist ein Thema, dessen Wichtigkeit nicht oft genug wiederholt werden kann. Vor allem bei der Lokalisierung Ihrer Webseite ist es essenziell, dass Sie das Verhalten Ihrer Besucher im Auge behalten, denn: Nur, wenn Sie wissen, ob es Verständnisprobleme gibt und welche Inhalte im jeweiligen Land besonders beliebt sind, können Sie entsprechende (Gegen-)Maßnahmen ergreifen.

Experten-Tipp:

Falls Sie auf Google Analytics vertrauen, sollte Sie für jede Sprachversion eine eigene Datenansicht mit passenden Filtern einrichten.

Durch diese Maßnahme sind Daten einfacher zu interpretieren, was zu besseren und schnelleren Entscheidungen führt.

7. Nur Verlinkungen für die Originalsprache

Die neue Sprach- oder Landesversion steht, Sie wissen, dass die gewählten Keywords „passen“ und haben auch alle anderen genannten Schritte befolgt. Dennoch entsprechen die Google-Platzierungen nicht Ihren Vorstellungen?

Das liegt sehr wahrscheinlich daran, dass Sie sich bisher zu wenig um die Komponente „Offpage-Optimierung“ für das Zielland beziehungsweise die Zielsprache gekümmert haben. Denn tatsächlich ist es so, dass Sie für jede Sprach- oder Landesversion entsprechende „lokale“ Backlinks aufbauen müssen. Andernfalls ziehen Sie gegen lokale Konkurrenten immer den Kürzeren, wenn es um Top-Platzierungen geht.

Das bedeutet also: Möchten Sie bei google.co.uk ranken, so sollten Sie Backlinks von Webseiten mit der Domain-Endung .co.uk sammeln. Gleichzeitig können Sie Ihr Ranking mit Links von Webseiten mit einem allgemeinen TLD wie .com verbessern – vorausgesetzt, die Inhalte beziehungsweise die Thematik ist lokal, also auf das Zielland, begrenzt.

8. Kein lokales Hosting: nicht essentiell, aber dennoch ein Faktor

Wenn es um Länder-Targeting geht, ist auch der Server-Standort ein kleiner Rankingfaktor. Das bedeutet:

Ihr Server sollte sich im Zielland befinden.

Ist kein passendes Angebot vorhanden oder ist Ihnen der Aufwand zu groß, ist das kein großes Drama, da der Bonus nur minimal ist. Manchmal kann er jedoch das Zünglein an der Waage sein.

Fazit

Wie Sie sehen, ist internationale SEO mehr als nur „ein bisschen übersetzen“. Ob Sie für den Tanz auf dem länderübergreifenden SEO-Parkett bereit sind, sollten Sie sich deshalb gut überlegen, denn ohne perfekte Vorbereitung werden Sie sehr wahrscheinlich stolpern – von den Kosten des Unterfangens ganz abgesehen.

Was Sie brauchen, um hier erfolgreich zu sein, ist das perfekte (Dienstleister-)Team, das heißt: Den richtigen Übersetzungspartner, eine wachsame SEO-Agentur und geschulte IT-Leute, die genau wissen, worauf es bei der Internationalisierung beziehungsweise der internationalen SEO ankommt.

(Einzelbildnachweis: falle ©shutterstock.com)