Vorsicht! Anonyme Datendiebe: Einfacher Schutz mit 3 Tipps

Veröffentlicht am 2. Juni 2015 in der Kategorie IT & Technik von

Themen: ,

Vorsicht! Anonyme Datendiebe: Einfacher Schutz mit 3 TippsWir schließen unser Haus ab, ketten das Fahrrad an, verriegeln das Auto: In unserer analogen Lebenswelt setzen wir uns täglich dafür ein, unser Hab und Gut bestmöglich vor dem Zugriff unbefugter zu schützen. Die digitale Realität sieht (noch) anders aus: Die wenigsten Privatnutzer schützen ihre Daten auf USB-Stick, Tablet oder PC.

Auch in Unternehmen sind wichtige Dokumente oder personenbezogene Unterlagen teils nur unzureichend geschützt. Dabei gibt es mittlerweile zahlreiche Anbieter für Verschlüsselungssoftware. Wer seine Daten verschlüsseln möchte, hat also zahlreiche Möglichkeiten. Wir haben für Sie zusammengefasst, worauf Sie bei der Wahl der richtigen Verschlüsselungssoftware achten sollten.

1. Die Software muss alle Speicherorte berücksichtigen

Rufen Sie sich zunächst einmal ins Gedächtnis, an welchen Orten Sie Daten gespeichert haben, die Sie schützen möchten: Im Notebook, Tablet oder Smartphone? Auf USB-Sticks oder externen Festplatten? Es gibt zahlreiche weitere mögliche Speicherorte – und zahlreiche Anbieter für Verschlüsselungssoftware.

Viele von ihnen haben sich allerdings auf gesonderte Bereiche wie Cloud-Verschlüssung spezialisiert. Wer beim Daten verschlüsseln nicht mit mehreren Programmen hantieren möchte, sollte daher darauf achten, dass die Verschlüsselungssoftware alle möglichen Speicherorte abdeckt.

2. Die Software darf keine Hintertüren besitzen


Daten verschlüsseln bedeutet, dass sie vor dem Zugriff Unbefugter geschützt sind. Oder? Tatsächlich ist Verschlüsselungssoftware vieler Anbieter, gerade aus den USA, nicht zu 100 Prozent sicher: Auf Druck von Behörden und Geheimdiensten werden vom Hersteller sogenannte “Backdoors” integriert, die den Zugriff ohne Passwort ermöglichen.

Backdoors sind allerdings Schwachstellen im System, die sich auch Hacker gerne zunutze machen. Einige Hersteller versichern glaubwürdig, dass sie sich nicht zur Weitergabe vertraulicher Daten an ausländische Geheimdienste und Sicherheitsbehörden verpflichtet haben. Wer seine Daten verschlüsseln möchte und dabei auf größtmögliche Sicherheit setzt, sollte darauf achten.

3. Die Software muss benutzerfreundlich sein

Die wenigsten Nutzer haben Zeit und Lust, sich durch eine komplizierte Nutzerführung zu kämpfen, um ihre Daten zu verschlüsseln. Damit einher geht das Problem, dass so manche Verschlüsselungssoftware nicht optimal funktioniert, wenn sie unzulänglich bedient wird. Gute User-Interface-Designer sind in der Szene allerdings rar und die meisten kostenlosen Programme bieten kaum Benutzerfreundlichkeit.

Bis vor kurzem galt die kostenlose Verschlüsselungssoftware Truecrypt noch als Empfehlung, die sogar vom Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik ausgesprochen wurde. Die Software wird allerdings seit Mitte 2014 nicht mehr aktualisiert. Im Open-Source-Bereich sind vergleichbare Alternativen nur schwer zu finden.

Nutzer jenseits der IT-Sphäre sollten insbesondere auf eine einfache Nutzerführung und strukturierte Optik achten; die meisten Hersteller von Verschlüsselungssoftware bieten eine kostenlose Testversion, damit sich User vor dem Kauf mit den Funktionen vertraut machen können.

Weitere Aspekte einer Verschlüsselungssoftware

Diese Dinge sollten eine Rolle bei der Wahl einer guten Verschlüsselungssoftware spielen:

  • Flexibilität
  • Verzicht auf Backdoors
  • Skalierbarkeit
  • Optik
  • Benutzerfreundlichkeit

Während IT-affine Privatnutzer geeignete Open-Source-Lösungen finden können, sollten sicherheitsbewusste Nutzer ohne IT-Kenntnisse darüber nachdenken, in Nutzerfreundlichkeit und Support zu investieren.

Sollten Sie sich für kostenpflichtige Verschlüsselungssoftware entscheiden, empfehlen wir Ihnen das Programm im Vorfeld zu testen. Viele Anbieter bieten zu diesem Zweck kostenlose Testversionen.