Spezial-Etiketten: Von Chips bis RFID – Das können sie!

Veröffentlicht am 17. Juli 2014 in der Kategorie IT & Technik von

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Die Debatten um das Thema Etikettierung von Verpackungen, besonders in der Lebensmittelindustrie, reißen nicht ab. Immer lauter werden die Rufe nach intelligenten Lösungen beziehungsweise intelligenten Labels zur Sicherstellung von Qualität, Nachhaltigkeit und Effizienz. Rufe, die die Industrie erhört.

So gibt es derzeit einige neue Entwicklungen in Sachen Etikettierung, die maßgeblich zur Verbesserung der Auszeichnung von Verpackungen beitragen. Der bekannte Chemiekonzern BASF beispielsweise bietet mittlerweile innovative Etiketten auf Basis einer dedizierten Pigmentfarbe an, welche direkt auf die Verpackung gedruckt werden und sich verfärben, sobald das enthaltene Produkt sein vorgegebenes Haltbarkeitsdatum überschritten hat.Spezial-Etiketten: Von Chips bis RFID - Das können sie!

Ein Etikett, das Farben ändern kann

1. Zeit-Temperatur-Indikatoren

Auch das ttz Bremerhaven konzipierte im Rahmen des Projektes „IQ-Freshlabel” ein intelligentes Etikett, das die Temperatur von tiefgefrorenen und verpackten Lebensmittel erkennen kann und sich bei einer Unterbrechung der Kühlkette verfärbt. Die über dreieinhalb Jahre andauernde und als besonders innovativ geltende Entwicklung wurde von der EU außerordentlich gefördert und implementierte Projektpartner aus neun verschiedenen Ländern.

Das Ergebnis der Zusammenarbeit: Auf einer enzymatischen Reaktion basierende Etiketten, die den Käufer über ein Grün-Orange-Rotlicht-Farbsystem über den Zustand des Produkts informieren und bei schlechter Qualität warnen. Zudem entwickelte das Projektteam ein neues, zerstörungsfreies Sauerstoff-Detektionssystem mit einer Lumineszenz-Technologie, um den vorzeitigen Verderb von Lebensmitteln in MAP-Verpackungen (Modified Atmosphere Packaging) aufzuzeigen.

Klar ist, diese Spezial-Etiketten sind nicht gerade günstiger als herkömmliche Etiketten. Laut einer Umfrage unter über 2.500 Verbrauchern wüssten diese solche Qualitäts-Auszeichnung allerdings sehr zu schätzen und seien bereit, etwa 20 Cent mehr für diese Art intelligenter Etiketten zu bezahlen.

Ein sich selbst auflösendes Etikett - Gibt's nicht? Doch!

2. Sicherheits-Indikatoren

Produktlabels müssen häufig auf einer Vielzahl von unterschiedlichen Kunststoffmaterialien haften. Das ist gar nicht so leicht, denn Kunststoffe beziehungsweise Kunststoffverpackungen verfügen meist nur über eine sehr geringe Oberflächenspannung, was sich wiederum negativ auf die Haftung des Klebstoffs auswirkt. Daher sollen Etiketten nun mit noch stärkeren Klebern und Sicherheitsmerkmalen ausgestattet werden, um auch in Sachen Diebstahl und Verfälschung manipulationssicher zu werden.

Denn leider lassen sich viele Labels immer noch viel zu leicht ablösen und mit denen günstigerer Artikel vertauschen: Sogenannte Sicherheitsaufkleber können hier Abhilfe schaffen. Sie bestechen zum einen durch spezielle, besonders stark haftende Kleber, zum andere werden sie aus einer ganz speziellen Folie hergestellt, deren Struktur nur die stückweise Ablösung vom Untergrund zulässt. Genauer gesagt handelt es sich hier um Etiketten aus einer sogenannten PE-Folie, die einfach zerfällt, falls jemand versuchen sollte, sie abzulösen. Auch das Wiederzusammensetzen ist unmöglich.

Das bedeutet, dass diese Sicherheitsetiketten jeglichen Eingriff direkt sichtbar machen, für mehr Sicherheit und weniger Möglichkeit zur Verfälschung sorgen. Auch eine gute Lösung sind Etiketten aus sogenannter Void-Folie. Wird versucht das Label zu entfernen, verbleit zumindest ein Schriftzug auf der Produktverpackung und die Bepreisung lässt sich auch nach Entfernen des Labels noch nachvollziehen.

Intelligentes Chip-Etikett mit Speichervolumen

3. RFID-Indikatoren

Durch sogenannte, intelligente RFID-Etiketten sollen ebenfalls die Verbraucher vor Verfälschung geschützt und vor allem einem Missbrauch in der Arzneimittelindustrie entgegengewirkt werden. Hierbei wird ein vormontiertes Chip-Etikett auf der Kunststoffverpackung angebracht um sicherzustellen, dass das Medikament echt ist. Dieses Etikett wird nun gescannt und alle darauf gespeicherten Daten zur Herkunft des Produktes können zurückverfolgt werden.

Das Speichervolumen eines solchen kleinen Chip-Etiketts beträgt ganze 512 BIT und es können zahlreiche Informationen, wie die Pharmazentralnummer und von wem das Medikament wo hergestellt wurde, festgehalten werden. Es heißt: „Forscher des Instituts für Integrierte Produktion Hannover (IPH) haben diese Technik bereits in einem Projekt zur Anwendung elektronischer Echtheitszertifikate an Faltschachteln in der Pharmabranche erforscht.“

Temperatur- und UV-beständige Etiketten

4. Haftungs-Indikatoren

Ob in der Produktion, in der Chemie- oder Bauindustrie, in vielen Branche müssen Etiketten für Kunststoffverpackungen einiges aushalten und besonders robust sein, um rauen Untergründen, Hitze, Nässe oder gar aggressiven chemischen Stoffen standzuhalten.

Besonders Temperatur- und UV-beständig sowie wisch- und kratzfest sind Etiketten, bei denen zum Bedrucken eine sogenannte Thermotransferfolie verwendet wurde. Diese halten auch besonders hohen Temperaturen stand und gelten als besonders resistent und stabil. Allerdings ist Thermotransferfolie nicht gleich Thermotransferfolie. Es gibt sie von unzähligen Anbietern, in unzähligen verschiedenen Farben und vor allem basierend auf unterschiedlichen Materialien wie Wachs, Wachs-Harz und Harz.

Hier ist es wichtig die Unterschiede zu kennen. Während sich für das Etikettieren von Papier eher Wachs eignet, sollte für das Bedrucken von Folienetiketten zum Auszeichnen von zum Beispiel PET-Flaschen lieber eine auf Harz basierende Folie verwendet werden. Thermotransferfolien der Harz-Qualität sind gut geeignet für den Aufdruck auf Kunststoff, da hier eine sehr gute Wisch- und Kratzfestigkeit erreicht wird. Die Temperaturbeständigkeit bis 250° C sowie eine hervorragende Widerstandsfähigkeit gegen Chemikalien zeichnen dieses Material aus.

Fazit: Kleine Helfer, große Wirkung!

Es hat sich viel getan in der Entwicklung und Produktion der Spezial-Etiketten. Diese intelligenten Begleiter, ob nun besonders klebefest konzipiert für die Diebstahlsicherung oder zur Verbesserung der Lebensmitteletikettierung, sie alle sichern die Qualität der Waren und am Ende die gesamte Lebensqualität der Verbraucher und Arbeit der Hersteller. Auch wenn sie teurer sind als herkömmliche Etiketten, so können sie am Ende doch viel Zeit, Ärger und Geld ersparen.