Big Data (Teil II): Wie die Masse an Daten zum Kapital wird!

Veröffentlicht am 23. Mai 2013 in der Kategorie IT & Technik von

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Big Data (Teil II): Wie die Masse an Daten zum Kapital wird!"Big Data" ist derzeit in aller Munde. Doch die meisten Erklärungen sind recht allgemein, die Tipps zum Umgang mit der Datenflut oft wenig spezifisch. In der vergangenen Woche habe ich Ihnen gezeigt, was hinter dem Schlagwort steckt und wie Sie daraus unmittelbare Wertschöpfung für Ihr Unternehmen generieren können.

Hier liefere ich Ihnen nun den versprochenen Aktionsplan sowie idealtypische Mitarbeiter-Profile für Ihre "Information Task Force". Zudem erhalten Sie eine Übersicht über Daten und Quellen, technische Detailfragen und Fragen zu Auswertung und Verarbeitung.

"Big Data": Ihr Aktionsplan für die Wertschöpfung im Unternehmen

  1. Wir etablieren unsere "Information Task Force" (ITF), unter der Obhut eines Mitgliedes des Führungskreises.
  2. Wir einigen uns auf einen Kommunikationsrhythmus, innerhalb dessen die Rückmeldung der ITF an den Führungskreis und in die Organisation stattfindet. Eine geeignete Rückmeldung ist hierbei extrem wichtig, weil ansonsten der Rückhalt innerhalb des Unternehmens und damit die Unterstützung verloren geht.
  3. Alle weiteren Details sind nun durch die ITF zu erarbeiten, vorzustellen und nach Beschluss in den finalen Aktionsplan aufzunehmen.
  4. Allen Beteiligten ist klar, dass es sich um ein "der Weg ist das Ziel"-Projekt handelt. Allerdings verstehen wir hierunter eher den iterativen Charakter des Projektes und sehen das nicht als Ausrede für fehlende oder zu schwammige Ergebnisse.
  5. Ergebnisse sind immer im Kontext der geschäftlichen Fragen zu erzielen und darzustellen. Dies ist gemäß dem erstellten Plan zu tun.
  6. Ergebnisse sollten bepreist werden, um kostensensitiv zu bleiben und zu realistischen, machbaren Lösungen zu kommen.

So geht es weiter

Wir etablieren unser neues ITF-Team als unternehmensweite Einheit, mit direktem Kontakt in die Führungsebene. Das Team sollte aus ein bis drei erfahrenen Vollzeitmitarbeitern und zwei bis vier Sachbearbeitern bestehen. Insgesamt sollte es nicht weniger  als zwei und nicht mehr als sechs Mitarbeiter haben. Hierbei ist wichtig, dass die Chemie innerhalb der Gruppe stimmt und die Mitarbeiter die Aufgabe freiwillig übernommen haben. Auch wenn Teams üblicherweise einen Teamleiter haben, so sollte im Sinne der Vision dieser Aufgabe auf eine flache Hierarchie und kurze, offene Kommunikationswege geachtet werden. Was zu tun ist, unterliegt nur zum Teil Wissenschaft und Technik, es braucht auch ein gesundes Maß an Kreativität.

Die Gruppe etabliert zunächst einen Grobplan, mit dessen Hilfe das grundsätzliche Vorgehensmodell aufgezeigt wird. Gearbeitet wird idealerweise in zeitlich unterschiedlich lang ausgelegten Iterationen. Einer kurzen (2-4 Monate) Pilotphase folgen mehrmonatige zielgerichtete Umsetzungsphasen. Diese werden jeweils in durch die Gruppe und über die Rückkopplung in das Unternehmen daraufhin überprüft, ob sie in Ausprägung und Nutzungsrelevanz sinnhaft sind. Erst dann geht es weiter. Eine agile Vorgehensweise ist auch hier empfehlenswert.

Es werden sich Sackgassen ergeben und Ergebnisse nicht verwendbar sein, dies ist zu erwarten. Wichtig ist es, diese konkret festzuhalten und die Gründe dafür zu ermitteln. Häufig ist es dann etwas, das heute ein Problem darstellt, vielleicht morgen schon eine einfache Lösung findet.

Ihr A-Team: die Information Task Force (ITF): idealtypische Profile der Mitarbeiter

Die folgenden Mitarbeiter benötigen Sie für Ihre Information Task Force. Folgende Merkmale sollten auf Ihre Angestellten zutreffen...

Der Senior Business Intelligence Spezialist

... mit fundiertem Wissen um die Erstellung von multi-dimensionalen Modellen (Cubes), Datenbankmodellierung und Berichten, sowie um moderne Datenanalyseverfahren und vorhandene Technologien. Stark ausgeprägte Kenntnisse und Verständnis in allen geschäftlich relevanten Fachbereichen und der etablierten Prozesse. Die gesuchte Person ist in der Lage, komplexe Sachverhalte zu verstehen, in technologische Lösungen umsetzen und diese im Geschäftskontext mit den Fachbereichen zu diskutieren. Diese Position benötigt eine kommunikationsstarke und visionäre Persönlichkeit mit hohem Eigenantrieb, Spaß an der Gestaltung und hoher Frustrationsgrenze.

Der Marketing- und Kommunikationsspezialist

... mit der ausgeprägten Fähigkeit, komplexe Sachverhalte zu verstehen und zu kommunizieren. Ein Visionär mit starker Affinität zur Technologie und dem Wissen um die Macht der Worte. Die gesuchte Person kommuniziert klar, offen sowie zeitnah und hat dabei ein gutes Gespür für das richtige Timing. Sie/Er versteht es, visionäre Zielsetzungen über pragmatische Zwischenschritte zu erreichen, ohne dabei die Beteiligten zu verlieren. Ein hohes Maß an Positivität und Ideenreichtum runden das Profil ab.

Der Senior Datenbank Entwickler

... kennt als erfahrener Datenbankspezialist alle Themen rund um ETL (Extrakt, Transform, Load). Die Erstellung von Datenbankmodellen und Berichten ist ebenso wie die Bereitstellung der geschaffenen Lösungen Bestandteil des Tagesgeschäfts. Praxiskenntnisse und ein solider Überblick über die am Markt befindlichen Technologieprodukte sind vorhanden und erlauben die zielorientierte Lösung aller auftretenden Datenbearbeitungsaufgaben. Der gesuchte Spezialist ist ein Teamspieler.

Ein Sachbearbeiter pro Fachabteilung

... sollte als Vollzeitmitarbeiter einen soliden Überblick über alle geschäftsrelevanten Prozesse und Bereiche haben und in der Lage sein, diese klar in ihrer Form und Struktur darzulegen. Visuelle Fähigkeiten sind hierbei von Vorteil. Es ist zu erwarten, dass über die Laufzeit des Projektes verschiedene Personen innerhalb des ITF-Teams tätig werden. Dieser Tatsache ist in geeigneter Weise Rechnung zu tragen, in dem die Einarbeitung anhand von Kurzbeschreibungen, visuellen Darstellungen und persönlichem Wissenstransfer unterstützt wird.

Der Grafikdesigner

... sorgt im Team für ein geeignetes Maß an Bildmaterial, mit dessen Hilfe die angestrebten Lösungen dargestellt und kommuniziert werden können. Denn ein Bild sagt mehr als tausend Worte. Er/Sie erstellt beispielsweise kleine Grafiken in der PowerPoint-Präsentation, einen Überblick in Visio oder eine selbstgestaltete Informationslandschaft. Die Fähigkeit, Raum, Typographie und Farbe richtig und gezielt einzusetzen, verschafft den Ergebnissen der ITF eine Anmutung nach außen, deren Einfluss nicht zu unterschätzen ist.

(Bild: © ktsdesign - fotolia.de)

Weiterer Artikel dieser Reihe:

Big Data (Teil I): Welche Bedeutung haben Daten für Ihr Unternehmen?