| 29. Januar 2013

IT & Technik

e-Learning mit Zukunft: Webinar

e-Learning mit Zukunft: WebinarDie Informations- und Kommunikationstechnologie ist die technologische Grundlage dessen, was wir das digitale Zeitalter nennen und der maßgebliche (An-)Treiber des Wandels in Wirtschaft und Gesellschaft. Das Internet spielt die Hauptrolle im Prozess der globalen Digitalisierung. Das Wachstum der Internet-Gemeinde hat sich in den letzten fünf Jahren verdoppelt. Bis etwa 2020 werden 95 Prozent der erwachsenen Bevölkerung Deutschlands das Internet aktiv und regelmäßig nutzen. Bis etwa 2020 wird die kompetente Nutzung des Internets für mindestens 75 Prozent der Berufstätigen eine Schlüsselqualifikation für den Arbeitsalltag sein.

Das Internet ist ein dynamisches System, das sich während der Dauer seines Lebenszyklus ständig entwickelt. Das monologische Internet 1.0 wurde weitestgehend durch das dialogische Mitmach-Internet 2.0 ersetzt. Bis etwa 2020 kommt das semantische Web 3.0 mit der Möglichkeit, die codebasierte Softwaresprache mit der menschlichen Sprache zu verbinden.

Web 1.0 bot die Grundlage für das, was man bisher als Web-Based-Training bezeichnete. Bei WBTs wurde der Lernstoff per E-Mail oder als Videoaufzeichnung transportiert. Man konnte sich zu beliebigen Zeiten in ein Lehrprogramm einschalten, studierte Texte, beantwortete Fragen und wurde gegebenenfalls benotet. Es war technisch noch nicht möglich, lebendige Bilder zu zeigen oder mit der Teilnehmergruppe zu kommunizieren. Kommunikation im Sinne von Rückfragen war nur zeitversetzt per E-Mail möglich und beschränkte sich auf den Austausch zwischen Lehrer und Lernendem.

Soweit e-Learning zeitlich synchron stattfand, beschränkte sich dieses auf wenige Personen und textbasierte Informationen. Mehr war technologisch noch nicht möglich. Die Mängel dieser ‘Eins-zu-eins-Kommunikation’ versuchte man mit zeitweiligem Präsenzlernen auszugleichen. Hierfür bürgerte sich der Begriff Blended-Learning ein, ähnlich dem Mix verschiedener Whiskysorten.

Umbruch Web 2.0

Web 2.0 bietet die technologische Grundlage für eine neue Lehrform, die sich unter der Bezeichnung Webinar mehr und mehr anschickt, die Bildungslandschaft, hier vor allem die Weiterbildung, zu erobern. Der Begriff Webinar ist eine Wortschöpfung aus Web und Seminar. Synonym werden Begriffe wie Live-Webcast oder Online-Seminar benutzt. Man erkennt unschwer, dass es sich um eine Seminarform handelt, bei dem Inhalte über das World Wide Web transportiert werden.

Großanbieter von Weiterbildung und große Unternehmen lassen Teile ihrer Weiterbildung als Webinar über den PC oder das Tablet laufen. Aber Webinar-Software wird auch eingesetzt, um Projektmeetings, Pressekonferenzen, Produktpräsentationen und Beratungen durchzuführen. Ein Webinar findet ‚live‘, gemeinschaftlich und interaktiv zu einem festgelegten Zeitpunkt statt. Die Teilnehmer sitzen an verschiedenen Orten an ihrem internetangebundenen IT-Endgerät. Sie können sich per VoIP (Voice over Internet Protocol) unterhalten. Zu diesem Zweck muss der Teilnehmer ein Mikrofon oder ein Headset an seinen Computer anschließen. Ein Webinar-Moderator oder der Webinar-Dozent steuert die Webinar-Veranstaltung.

Vor- und Nachteile des Webinars

Im Zeitalter des Rotstifts bieten sich Webinare als kostengünstige Alternative zum traditionellen Präsenzseminar an. Die hohen Kosten für die An- und Abreise der Teilnehmer und gegebenenfalls Hotelunterbringung nebst Verpflegung entfallen. Die Abwesenheit von der Arbeit verteilt sich auf mehrere Einzelstunden, nicht aber auf volle Seminartage. Ein Webinar ist bei Bedarf schnell realisierbar, während ein Seminar in der Regel einen längeren Planungsvorlauf bei Teilnehmern und Veranstaltern erfordert.

Im Gegensatz zum traditionellen Tagesseminar, das in starr vorgegebener Reihenfolge am Stück ‘durchgezogen’ wird, werden kompakte Trainings- oder Unterrichtsthemen im Webinar in mehrere zeitversetzte ‘Lehrhäppchen’ verpackt. Das garantiert eine höhere Konzentration als bei einer ‘9-to-5-Lehrveranstaltung’ und damit einen höheren Lernerfolg. Dazu trägt auch die häppchenweise Verabreichung des Lehrstoffs bei, während in Ein- oder Zweitagesseminaren die Teilnehmer oft regelrecht ‘vollgefüttert’ werden und nur selten die Möglichkeit der Rückkoppelung zu Dozenten/Trainer besteht.

Für übungsintensive Lehrmaßnahmen ist das Webinar weniger geeignet. Rollenspiele zu Themen wie Verkaufsgespräch, Konfliktlösung oder auch Gruppenarbeiten sind über das Internet nicht möglich. Der große Themenkomplex der Kommunikation, z.B. Rhetorik, Mitarbeiterführung, Teamwork oder Verkauf, setzt auch weiterhin Trainingsübungen und persönliche Kommunikation voraus, es sei denn, man beschränkt sich auf die kognitive Verabreichung von Wissen. Letztendlich ist das eine Frage der Lernziele.

Die meisten Webinare sind gegenwärtig noch Power-Point-Präsentationen. Das ergibt sich auch aus der Bildschirmarchitektur, bei der der ‘Webinario’ in einem kleinen Fenster oben/unten links oder rechts erscheint, während das/die Chart/Folie großflächig abgebildet wird. Aber auch hier gibt es tägliche Weiterentwicklungen.

(Bild: © wwwebmeister – fotolia.de)

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