Existenzgründung: Chance oder Risiko? (Teil III)

Veröffentlicht am 4. Juni 2010 in der Kategorie Gründung & Selbständigkeit von

In den Zeiten der Wirtschaftskrise und der damit verbundenen Kurzarbeit bzw. Arbeitslosigkeit denken einige Betroffene darüber nach, sich selbstständig zu machen, um eine sicherere Zukunft zu haben. Eine Existenzgründung ist allerdings ein großer Schritt und sollte reiflich überlegt und von langer Hand geplant werden.

Der Erfolg hängt nämlich nicht nur vom fachlichen und kaufmännischen Wissen und Können ab, sondern auch von den benötigten Finanzen und den später zu zahlenden Steuern.  Nach den bereits erschienenen Teilen Eins und Zwei – Existenzgründung: Chance oder Risiko - lesen Sie nun den dritten Teil, in dem die Redaktion von anwalt.de  Tipps rund um das Thema Existenzgründung gibt.

Versicherungen

Wer sich als Existenzgründer selbstständig macht muss daran denken, dass er von jetzt an alle Risiken selbst tragen muss. Daher ist es besonders wichtig sich durch die richtigen und passenden Versicherungen so weit wie möglich abzusichern. Wichtige betriebliche Versicherungen sind beispielsweise die Berufs- und Betriebshaftpflichtversicherung gegen betriebliche Schadensfälle, die Betriebsunterbrechungsversicherung, die Einbruchdiebstahlversicherung und die Feuerversicherung.

Darüber hinaus gibt es noch viele weitere Versicherungen, die je nach Branche sinnvoll sind. Im Bereich der persönlichen Versicherungen muss das größte Kapital des Existenzgründers, nämlich seine Gesundheit, so gut wie möglich abgesichert werden. Dazu gehört in jedem Fall eine Krankenversicherung, die je nach Einkommen oder vorheriger Tätigkeit gesetzlich oder privat sein kann.

Sinnvoll ist auch eine Krankentagegeldversicherung, denn wenn ein Selbstständiger arbeitsunfähig erkrankt fallen seine Einkünfte weg. Genau hier greift die Krankentagegeldversicherung ein, die pro Krankheitstag den versicherten Betrag als „Einkommensersatz” ausbezahlt. Besonders wichtig ist für Selbstständige auch der Abschluss einer Berufsunfähigkeitsversicherung, die dann eine monatliche Rente auszahlt, wenn der Unternehmer aufgrund einer Krankheit oder eines Unfalls nicht mehr in seinem Beruf arbeiten kann. Auch bei den persönlichen Versicherungen gibt es noch Versicherungen, die je nach Unternehmen bedacht werden sollten.

Bezüglich der Rentenversicherung ist es so, dass die meisten Unternehmer oder Freiberufler keine Verpflichtung mehr haben, in die gesetzliche Sozialversicherung einzuzahlen. Diese Verpflichtung besteht insbesondere für Handwerker, Hebammen, Lehrer, Künstler und Publizisten. Allerdings bleiben alle Ansprüche an die gesetzliche Rentenversicherung erhalten, die man als Arbeitnehmer erworben hat. Für Selbstständige kommt als private Rentenversicherung beispielsweise die Rürup-Rente in Betracht und es sollten Rücklagen gebildet werden durch Sparverträge, Immobilienbesitz, Aktien usw.

Steuern

Wie bereits oben kurz angedeutet, ist es wichtig, sich bereits vor Unternehmensgründung mit dem Thema Steuern auseinanderzusetzen. Für die steuerliche Belastung des neu gegründeten Unternehmens ist die Größe des Unternehmens, die Wahl der Rechtsform und die Tätigkeit als Gewerbetreibender oder Freiberufler entscheidend, denn es können sich bei der Besteuerung erhebliche Unterschiede ergeben. Grundsätzlich kommen je nach Rechtsform die Umsatz- bzw. Vorsteuer, die Einkommensteuer, die Gewerbesteuer und/oder die Körperschaftssteuer in Betracht.

Daneben existiert auch eine spezielle Regelung für Kleinunternehmer, die spezielle Erleichterungen in Bezug auf die Abführung von Umsatzsteuern, die Buchführung und die Gewinnermittlung enthält. Zu all diesen steuerlichen Fragen sollte sich ein Existenzgründer bereits frühzeitig mit einem Steuerberater zusammensetzen, um die für das neue Unternehmen günstigste Regelung zu finden.

Achtung: Spätestens einen Monat nach Aufnahme einer gewerblichen, selbstständigen (freiberuflichen) oder land- und forstwirtschaftlichen Tätigkeit bzw. Beteiligung an einer Personengesellschaft/-gemeinschaft muss man bei seinem Finanzamt einen Fragebogen zur steuerlichen Erfassung vorlegen, anhand dessen die zukünftigen Steuern festgelegt werden und eine neue Steuernummer vergeben wird.

Existenzgründung: Chance oder Risiko? (Teil I)

Existenzgründung: Chance oder Risiko? (Teil II)

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