Startup-Interview: Accessoires aus Holz für nachhaltigen Konsum!

Veröffentlicht am 8. Januar 2016 in der Kategorie Gründung & Selbständigkeit von

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Startup Interview Cheesy Wooden Accessories"Just do it!" - Das dachte sich auch Jan Jessberger und gründete sein Unternehmen Cheesy Wooden Accessories, welches Uhren, Brillen & Co. aus Holz herstellt. Doch wie sieht's hinter den Kulissen aus? Wie es dem Gründer beim Aufbau seines Startups erging, verrät er uns im Interview:

Von der Werkstatt in die Fashionwelt!

unternehmer.de: Stell‘ dich und dein Unternehmen doch bitte kurz vor…

Jan Jessberger: Klar doch! Mein Name ist Jan, ich bin 26 Jahre alt und habe im Spätsommer 2013 das Startup Cheesy Wooden Accessories gegründet, welches nachhaltige, zeitlose und stilvolle Modeaccessoires aus Echtholz herstellt. Aus einem ursprünglich kleinen “Projekt“ in der eigenen Werkstatt eine Armbanduhr aus Holz zu bauen ist mittlerweile eine kleine solide Unternehmung entstanden. Mittlerweile haben wir unser Sortiment um Brillen und Smartphone- / Tablet-Cases erweitert.

unternehmer.de: In welcher Gründungsphase befindet sich dein Unternehmen momentan?

Jan Jessberger: Sicher, wir sind ein kleines Unternehmen und stehen noch am Anfang. Wir befinden uns aber ganz klar in der Wachstumsphase. Die Produkte kommen super an und es gilt nun nach der Etablierung der Marke am Markt das Vertriebsnetz weiter auszubauen.

unternehmer.de: Wann und wie reifte in dir der Entschluss, ein eigenes Unternehmen auf die Beine stellen zu wollen?

Jan Jessberger: Der Wunsch selbst zu gründen begleitete mich schon einige Jahre. Seit einem längeren Auslandsaufenthalt in Kanada beschäftigte mich die Idee Armbanduhren aus Holz herzustellen. Inspiriert durch die Natur in einem Land, in welchem der Roh- und Werkstoff Holz eine besondere Stellung hat, entstanden die ersten Prototypen in Eigenarbeit in der heimischen Werkstatt. Mit steigender Nachfrage entschloss ich mich meine Liebe zum Werkstoff Holz in gewinnorientierte Bahnen zu lenken.

Startup Interview Cheesy Wooden Accessories

Gründer von Cheesy Wooden Accessories Jan Jessberger in seiner Werkstatt.

unternehmer.de: Wie kam es zu dem Namen?

Jan Jessberger: Cheesy ist ursprünglich mein Spitzname. Ich persönlich liebe es bis heute viel Zeit im Wald zu verbringen, dabei ist Holz ein einzigartiger Werkstoff, welcher mich seit klein auf begeistert. Im englischsprachigen Raum wird “cheesy“ auch für ausgefallen Dinge verwendet – das sind unsere Produkte allemal. Mit unserem Slogan: "Be different. Be cheesy."appellieren wir an mehr Spaß und Lockerheit im Leben. Dabei versteht sich die Marke Cheesy als alles andere als Mainstream - sondern als ein Statement, die Nachhaltigkeit zu leben und der Sehnsucht nach Individualität nachzugehen.

Zeit & Geld: Die Basis für eine Gründung

unternehmer.de: Welche Quellen standen dir bei der Gründung zur Verfügung? Wie hast du deine Existenzgründung finanziert?

Jan Jessberger: Die Idee begleitete mich wie gesagt schon einige Jahre. Was fehlte war das notwendige Startkapital und auch die Zeit ein Projekt in dieser Größe umzusetzen. Nach erfolgreichem Abschluss des Erststudiums und einer einjährigen Festanstellung konnten die notwendigen Rücklagen gebildet werden um Cheesy ins Leben zu rufen. Seit Tag 1 ist Cheesy vollständig eigenfinanziert und arbeitet mit dem erwirtschafteten Cashflow.

unternehmer.de: Hat dir jemand unter die Arme gegriffen bei deiner Gründung? Businessangel o.ä.?

Jan Jessberger: Nein, finanziell nicht.

Bootstrapping als Finanzierungsform? Schlaflose Nächte!

unternehmer.de: Was waren deine größten Ängste und Bedenken bei dem Gedanken an deine Unternehmensgründung? Und was hat dich dazu veranlasst, es trotzdem zu wagen?

Jan Jessberger: Klar, die Angst zu scheitern treibt einen in der Anfangsphase immer um. Auch dass das Produkt von den Kunden nicht angenommen werden könnte, ist bei einem Nischenmarkt, wie dem unseren, ein Thema gewesen. Hinzu kommt das ich alleine den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt habe, d.h. auch mit Tiefpunkten und Rückschlägen (davon gab es vor allem in der Gründungsphase und auch bis heute einige) alleine umzugehen hatte.

Nichtsdestotrotz habe ich bis heute den extremen Mehraufwand parallel zum Studium nicht bereut und die Arbeit bereitet mir riesigen Spaß. Durch den Bootstrapping Ansatz hätten ebenso größere Fehler mit finanzieller Auswirkung nicht passieren dürfen. Das hat mir zu Beginn schon einige schlaflose Nächte bereitet.

Ein weiterer sehr wichtiger Punkt für mich war es, dass unter keinen Umständen der Erfolg meines Masterstudiums gefährdet sein durfte – und wenn alles nach Plan läuft werde ich meinen Master bis Ende des Jahres erfolgreich in der Regelstudienzeit abschließen.

Final überwog bei mir der Drang zur eigenen Gründung, die Leidenschaft ein Produkt auf den Markt zu bringen von welchem ich voll und ganz überzeugt bin mehr, als all die Risiken die dem ganzen Vorhaben gegenüberstanden.

Ganz getreu dem Motto:

"Wenn ich es jetzt nicht mache, dann mach ichs nie mehr!"

habe ich den Schritt gewagt.

unternehmer.de: Du stehst zwar noch ziemlich am Anfang deiner Gründung, aber gibt es jetzt schon Sachen, die du heute anders machen würdest?

Jan Jessberger: Prinzipiell nicht. Aufgrund der gebootstrapten Unternehmung und als alleiniger Gründer war und ist unser Handlungsspielraum jedoch begrenzt. Sofern ich irgendwann noch mal gründen sollte, würde ich ggf. externe Finanzierungsmöglichkeiten prüfen und eventuell einen Co-Founder mit ins Boot holen, hierzu müsste jedoch für mich das Gesamtpaket stimmen.

Die Universität kann nicht alles vermitteln...

unternehmer.de: Welche Tipps würdest du Menschen geben, die sich gerade im Moment mit dem Gedanken beschäftigen, ein Unternehmen zu gründen?

Jan Jessberger: Keine Universität oder Vorlesung hätte mir jemals das vermitteln können was ich durch die Gründung einer eigenen Unternehmung gelernt habe. Darum kann ich nur jedem empfehlen der sich mit dem Gedanken beschäftigt (gesunder Menschenverstand und ausführliche, realistische Planung vorausgesetzt):

Nicht nur darüber sprechen – macht es!

unternehmer.de: Hat die Wirtschaftslage bei dem Entschluss, dich selbstständig zu machen, je eine Rolle gespielt?

Jan Jessberger: Nein.

unternehmer.de: Worauf bist du im Rückblick besonders stolz? Was waren deine größten Erfolge?

Jan Jessberger: Ich bin besonders stolz auf die Produkte und die Entwicklung welche wir als gebootstrapte Unternehmung in den letzten 1,5 Jahren hingelegt haben. So haben wir bereits Anfang des Jahres Break-Even erreicht und schreiben seither schwarze Zahlen. Darüber hinaus freut uns natürlich das positive Kundenfeedback und treibt uns weiter an unsere Ziele zu erreichen.

Angebot von Produkten im B2B- und B2C-Bereich

unternehmer.de: Wie schaffst du es, dich von Konkurrenzunternehmen abzuheben? An wen richtet sich dein Angebot?

Jan Jessberger: Zur bereits etablierten Eigenmarke am Markt bieten wir seit Anfang des Jahres einen B2B-Service an. Vom Entwurf bis zur Auslieferung übernehmen wir für unsere Kunden alle Aufgaben entlang der Wertschöpfungskette. Egal ob als

  • Geschenk für Mitarbeiter,
  • Werbegeschenk für Kunden oder
  • den firmeninternen Shop –

wir bieten unseren Kunden Werbemittel der Extraklasse aus Echtholz – damit ist Aufmerksamkeit und positives Feedback garantiert.

Bis Ende des Jahres wollen wir ebenfalls Individualisierungsmöglichkeiten der Produkte im B2C Bereich anbieten. Generell entwickeln wir unsere Produkte stetig weiter. So ist unsere neue Uhren-Kollektion eine feine Kombination aus Edelstahl und Echtholzziffernblatt. Des Weiteren tüfteln wir gerade in unserer Werkstatt mit neuen Materialien wie zum Beispiel Stein – es bleibt also spannend was als nächstes kommt. :) Generell richtet sich unser Angebot an den modebewussten Kunden im Alter zwischen 15-60 Jahren mit durchschnittlichem Einkommen.

Der Kunde will die Feuerprobe: "Brennt's wirklich?"

unternehmer.de: Erzähl‘ uns doch eine lustige Anekdote oder eine kuriose Begebenheit aus deiner Gründungsgeschichte!

Jan Jessberger: Sehr kurios war einmal ein Kunde, welcher doch tatsächlich eine Brille versuchte mit dem Feuerzeug anzuzünden um zu schauen ob diese brennt. PS: Solche Kunden sind Gott sei Dank nicht die Regel ;-)

unternehmer.de: Welche Charaktereigenschaften sind deiner Meinung nach ein absolutes Muss, um sich als selbstständiger Unternehmer behaupten zu können?

Jan Jessberger: Bei mir selbst führte der Mangel an finanziellen Mitteln zu einem zeitlichen Druck und der Notwendigkeit, die Schwelle zum Break-Even möglichst schnell zu erreichen. Dieses Ziel erfordert ein hohes Maß an

  • Flexibilität,
  • Kreativität,
  • Mut und
  • Willensstärke,

was meiner Meinung nach gute Charaktereigenschaften für einen selbstständigen Unternehmer sind.

Gründer mit Leib & Seele: Ein Notizbuch, das ihn seit Schultagen begleitet

unternehmer.de: Hattest du schon immer den Wunsch, dich selbstständig zu machen?

Jan Jessberger: Ja! seit klein auf hatte ich schon immer den Wunsch mein „eigenes Ding“ zu machen. Seit meinem ersten Praktikum zu Schulzeiten führe ich ein kleines schwarzes Buch, in welchem ich mir

  • positive als auch negative Dinge zu Prozessen,
  • Arbeitsaufgaben und
  • Allgemeinen Themen innerhalb einer Unternehmung

notiere und die ich nun natürlich genauso gut, noch besser oder komplett anders in meiner eigenen Unternehmung umsetzen möchte. Das sind Teilweise recht witzige und wirre Aufschriebe und es ist interessant zu sehen welche Themen einen damals beschäftigt haben, aber in Summe bringt mich das definitiv weiter.

unternehmer.de: Stichwort Social Media und Web 2.0: Wie nutzt du soziale Netzwerke für deine Idee? Welche Strategie hast du hier?

Jan Jessberger: Klar, Social Media ist heute nicht mehr wegzudenken und eignet sich bestens als Marketingkanal für junge Unternehmen, welche nicht viel Geld für teure Marketingkampagnen haben. Bisher nutzen wir bei Cheesy hauptsächlich Facebook und Instagram, wobei wir nun auch verstärkt auf Influencer setzen.

Von der One-Man-Show zum Teilzeit-Team!

unternehmer.de: Wie groß ist dein Team jetzt und was sind deine Pläne für die Zukunft? Die nächsten Schritte, die vor dir liegen?

Jan Jessberger: Cheesy war zu Beginn eine One-Man-Show, gegründet von mir, jedoch wäre der Arbeitsaufwand nicht ohne Hilfe von Freunden und Familie zu stemmen. Das führte dazu, dass wir mittlerweile ein kleines Team aus 3 Personen in Teilzeit sind. Für die Zukunft gilt es die Marke Cheesy weiter in den DACH-Regionen zu etablieren und das B2B-Geschäft sukzessive auszubauen.

unternehmer.de: Eine letzte Frage: Ein Abendessen mit einem Begleiter deiner Wahl – egal, ob tot oder lebendig. Wer wäre das und was würdest du ihn/sie fragen?

Jan Jessberger: Timothy Ferriss – sein Buch 4 hours workweek ist für mich inspirierend und begeisternd zugleich. Sein Ansatz des Zeitmanagements und der Effizienzsteigerung ist für mich eine der antreibenden Kräfte. Gerne würde ich mich mit ihm über das “designen“ des Lebens unterhalten, welches er in seinem Buch beschreibt.

unternehmer.de: Danke für das Interview! Wir wünschen dir und deinem Team weiterhin viel Erfolg!

Gründer Jan Jessberger empfiehlt:

"Die 4-Stunden-Woche: Mehr Zeit, mehr Geld, mehr Leben"

Startup Interview: Cheesy Wooden AccessoriesWarum arbeiten wir uns eigentlich zu Tode? Haben wir nichts Besseres zu tun? Und ob! - sagt Timothy Ferriss. Der Unternehmer war lange Workaholic mit einer 80-Stunden-Woche. Doch dann erfand er MBA - Management by Absence - und ist seitdem freier, reicher, glücklicher. Mit erprobten Tipps erklärt Ferriss, wie sich die 4-Stunden-Woche bei vollem Lohnausgleich verwirklichen lässt.

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