Startup-Interview mit Navid Hadzaad: Dein persönlicher Butler per SMS!

Veröffentlicht am 13. April 2015 in der Kategorie Gründung & Selbständigkeit von

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Startup-Interview mit Navid Hadzaad von GoButlerDie Geschäftsidee stammt aus Amerika und wird seit einem Monat in Deutschland umgesetzt: Mit einer SMS können Alltagspflichten, deren Erledigung zu viele Nerven kostet, an Dritte abgegeben werden. Ob es sich nun um den Lebensmitteleinkauf, die Vereinbarung eines Arzttermins, oder eine Geschenkbesorgung handelt, hier bekommt man alles. Navid Hadzaad, Mitgründer von GoButler, erzählt uns von den Anfängen des vielversprechenden Startups.

unternehmer.de: Wer sind Sie und was machen Sie?

N. Hadzaad: Wir erledigen alltägliche und nicht-alltägliche Dinge für unsere Nutzer – wir kümmern uns um Essensbestellungen, Reisebuchungen oder auch die Recherche und Bestellung des nächsten Laptops. Für unsere Nutzer sehen wir uns als persönlichen Assistenten, der 24 Stunden am Tag, 7 Tage die Woche und 365 Tage im Jahr verfügbar ist – per SMS aber trotzdem persönlich.

Wir möchten unseren Nutzern das Leben erleichtern und Zeit ersparen. Wir sehen uns als Meta-Aggregator über den Zugang zu allen Produkten und Dienstleistungen – online und offline.

unternehmer.de: Was haben Sie vorher gemacht?

N. Hadzaad: Wir, also das Gründerteam, welches aus Jens Urbaniak, Maximilian Deilmann und mir besteht, waren vorher in Führungspositionen von verschiedenen Unternehmen der Rocket Internet SE tätig.

unternehmer.de: Wie entstand Ihre Geschäftsidee und wann kam es zum Entschluss, ein eigenes Unternehmen auf die Beine zu stellen?

N. Hadzaad: Die Idee, einen innovativen und benutzerfreundlicheren Buchungskanal für jede Art von Produkt und Dienstleistung zu entwickeln, hat uns im Gründerteam schon länger beschäftigt.

Es gibt natürlich hunderte Apps und Plattformen für einzelne Produkte und Dienstleistungen, trotzdem muss man diese erstmal finden und sich dann jedes Mal wieder durch Buchungsprozesse etc. kämpfen – alles ziemlich zeit- und nervenaufreibend.

Die Lösung hierfür sehen wir in unserem Service. Den direkten Anschub für dieses konkrete Modell hat uns “Magic” in den USA gegeben. Wir haben das Konzept entdeckt und in kürzester Zeit eine skalierbarere Lösung auf einem höheren Qualitätsniveau entwickelt.

unternehmer.de: Wie schaffen Sie es, sich von der Konkurrenz abzuheben? Was machen Sie anders?

N. Hadzaad: Wir haben von Anfang an auf ein skalierbares Produkt gesetzt – das fängt beim Team an und hört bei Themen wie technologischer Infrastruktur und Finanzierung auf.

Wir hatten 48 Stunden nach Launch bereits das, aus meiner Sicht, am besten besetzte Angel-Team zusammen, das es in Berlin gibt und haben in den letzten Wochen einfach viel richtig gemacht.

Persönliche Kundenbeziehung und Vertrauen sind wichtig

unternehmer.de: Wie finanzieren Sie sich?

N. Hadzaad: Wir sehen grundsätzlich zwei wertvolle Hebel in dem Geschäftsmodell, welche sich langfristig individuell als auch in Kombination miteinander entwickeln können.

Der erste Hebel ist der offensichtlichste, nämlich der auf der Kundenseite: Man lässt Kunden für unseren Service und Mehrwert eine kleine Provision, abhängig vom Auftragsvolumen, bezahlen.

Alternativ könnte man natürlich auch, wie “Magic” in den USA, ein Abo einführen. Unser Fokus liegt aber auf Hebel zwei: als “Market-Maker” haben wir eine enorme Marktmacht, da wir mit unseren Nutzern eine persönliche und individuelle Beziehung aufbauen.

Startup-Interview mit GoButler: KlingelUnsere Nutzer vertrauen uns und wir empfehlen ihnen schlussendlich welcher Anbieter der passendste für den jeweiligen Auftrag ist.

Wenn man versteht, wie E-Commerce funktioniert, und wie viel Geld Reiseportale oder Portale für Essensbestellung - um nur zwei der dutzenden Beispiele zu nennen – dafür ausgeben, Kunden zu gewinnen, versteht man, welch enormer Wert hinter unserer Dienstleistung steckt.

Schon jetzt kommen die großen Namen der Industrien auf uns zu – sie verstehen, dass sie nicht an uns vorbeikommen, wenn in naher Zukunft tausende Bestellungen in ihrem jeweiligen Markt über uns laufen.

Man muss nicht alles selbst wissen, Hilfe ist erlaubt!

unternehmer.de: Was waren die größten Fehler, die Sie vor oder während der Gründung begangen haben?

N. Hadzaad: Uns gibt ja erst seit vier Wochen – zum Glück haben wir bisher noch nicht viel falsch gemacht. Das liegt daran, dass wir uns intensiv mit jeder noch so kleinen Herausforderungen befassen und insbesondere Ratschläge zu Themen einholen, bei denen wir selbst nicht Experten sind.

Dies werden wir auch weiterhin tun. Außerdem haben wir ein sehr komplementäres und harmonisierendes Gründerteam, das ist unserer Meinung nach der Grundstein für jeden eventuellen zukünftigen Erfolg.

unternehmer.de: Worauf sind Sie besonders stolz, was waren Ihre größten Erfolge?

N. Hadzaad: Zuerst einmal: erreicht haben wir noch gar nichts, da müssen wir ganz bescheiden sein. Wir stehen noch ganz am Anfang einer hoffentlich langen und erfolgreichen Geschichte.

Trotzdem gibt es wenige Start-Ups – nicht nur in Berlin, sondern auf der ganzen Welt - die nach solch einer kurzen Zeit ein Momentum aufweisen können, welches mit unserem nur ansatzweise vergleichbar ist.

Hier muss man sicherlich unserem hervorragenden Angel-Team danken, welches uns stets unterstützt – aber vor allem jedem einzelnen Mitarbeiter, der Tag und Nacht sehr hart arbeitet, um Tausende Wünsche und Aufträge aus aller Welt zu bearbeiten und zu bewältigen.

unternehmer.de: Welche Tipps würden Sie angehenden Existenzgründern geben? Was ist vor allem in der Gründungsphase und kurz danach besonders wichtig?

N. Hadzaad: Immer an sich und seine Fähigkeiten glauben, und vor allem: nicht zu viel reden, einfach machen.

Hart arbeiten & die richtigen Entscheidungen treffen

unternehmer.de: Was fehlt GoButler noch zum Glück?

N. Hadzaad: Ich würde eher sagen: “Was fehlt GoButler zum Erfolg?” Glück kann man nicht wirklich beeinflussen. Zum Erfolg fehlt uns Zeit, in der wir weiterhin hart arbeiten und die richtigen Entscheidungen treffen.

unternehmer.de: Wo stehen Sie mit GoButler heute in einem Jahr?

N. Hadzaad: Als die Plattform, an die sich jeder mit seinen alltäglichen Anliegen wendet und über welche diese Anliegen erfolgreich abgewickelt werden. Startup-Interview mit GoButler: Service

Wir wollen uns durch einen erstklassigen, innovativen Service in den Köpfen unserer Nutzer mehr und mehr einprägen.

unternehmer.de: Gibt es irgendeine kuriose Begebenheit aus Ihrer Geschichte zu erzählen?

N. Hadzaad: Kurios nicht wirklich, eher erstaunlich – wir starteten an einem Freitagabend, den 6. März um 18:00 Uhr. Zwei Tage später hatten wir eine Finanzierungsrunde geclosed.

Eine Woche später saßen wir mit Joko Winterscheidt am Tisch und konnten unsere absolute Wunsch-Person als Unterstützer dieses Projekts gewinnen. Zwei weitere Wochen später hatten wir die Ziele, die wir uns für 3 bis 4 Monate nach dem Launch gesetzt hatten, bereits erfüllt.

Und dann fing es an, dass uns täglich Investoren, deren Namen man bisher nur aus TechCrunch kennt, anriefen…

Jedes Mitglied zählt: die Fähigkeiten im Team nutzen

unternehmer.de: Welche Charaktereigenschaften sind ein absolutes Muss für Gründer?

N. Hadzaad: Es gibt verschiedene Arten von Gründern und jeder kann mit seinen individuellen Stärken erfolgreich sein. Manche sind kreativer, manche sind analytischer. Eine Sache, die wahrscheinlich immer wichtig ist:

Wenn es darauf ankommt, sich zu 100 Prozent fokussieren und diszipliniert sein. Der Erfolg eines Start-ups hängt auch nicht von den Charaktereigenschaften einer einzelnen Person ab, sondern am Ende von der Kompatibilität und dem Ergänzungsgrad der Fähigkeiten in einem Gründerteam.

unternehmer.de: Stichwort Social Media und Web 2.0: Wie nuten Sie soziale Netzwerke für Ihre Idee? Welche Strategie haben Sie hier?

N. Hadzaad: Wir hatten ehrlicherweise bisher keine Zeit, eine großartige Social-Media-Strategie zu entwickeln – der Fokus lag und liegt zu 100 Prozent auf der Weiterentwicklung des Tagesgeschäfts.

Uns ist es in der Außenwahrnehmung wie auch im Produkt wichtig, dass unsere Nutzer sich betreut und abgeholt fühlen. Ich hoffe, dass sich dies im Social-Media-Bereich auch sehr authentisch reflektiert.

unternehmer.de: Wenn Sie sich für ein Geschäftsessen einen Gesprächspartner aussuchen könntet, egal ob real oder fiktional, lebend oder tot. Wen würden Sie wählen? Worüber würden Sie reden?

N. Hadzaad: Definitiv Steve Jobs – die Art und Weise, wie er als Einzelperson ein weltweit-agierendes Unternehmen so geprägt und gesteuert hat, finde ich faszinierend.

Ich hätte gerne erfahren, wie er es aus seiner Sicht geschafft hat, Menschen aus aller Welt – inklusive meiner Wenigkeit – Produkte zu verkaufen, welche nur von Faktoren wie “Coolness“ und “Design” leben und damit sogar den Mehrpreis über technologisch weitaus avanciertere Produkte rechtfertigen. Faszinierend!

unternehmer.de bedankt sich für das Interview und wünscht weiterhin viel Erfolg!

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