Als Freelancer nicht an Social Media scheitern: 4 Lektionen

Veröffentlicht am 17. Februar 2015 in der Kategorie Gründung & Selbständigkeit von

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Als Freelancer nicht an Social Media scheitern: 4 Lektionen

„Warum scheitern so viele Freelancer (Selbständige, Freiberufler) in Social Media?“. Die Frage ist nicht in einem Satz zu beantworten und meist liegen die Fälle auch recht unterschiedlich.

Dennoch: Einige Schwierigkeiten haben nahezu alle Freelancer gemeinsam, dazu hier 4 Lektionen.

Es gibt verschiedene Stellen bei der beruflichen Social Media Nutzung, an denen man „falsch abbiegen“ kann. Die meisten Fehler werden nicht ausschließlich von Freelancern begangen, sondern auch von anderen wie Unternehmen und Marken (Brands).

Bekannte (größere) Marken haben in Social Media aber einen entscheidenden Vorteil: Sie haben sich bereits einen Namen (die Marke) aufgebaut, wohingegen ein Freelancer in Social Media meist bei Null anfängt und sich eine „Marke“ erst erschaffen muss – oder auch eine Reputation als Experte bzw. einen Ruf als vertrauenswürdiger Geschäftspartner und angenehmer Zeitgenosse.

Bei einem größeren Unternehmen können zudem oft mehrere Personen an dem Marken- und Reputationsaufbau arbeiten – Freelancer sind hier eher Einzelkämpfer. Der Start für Unternehmen und Marken in Social Media ist daher oft sehr viel einfacher als für Freelancer und Einzelpersonen.

Lektion 1: Gut Ding will Weile haben!

Das ist in Social Media nicht anders als überall sonst! Dies ist der erste Fehler, den viele (nicht nur Freelancer) in Social Media machen: Erwartet werden schnelle Resultate, nach bereits sehr kurzer Aktivität.

Im Normalfall ist das falsch und kann nicht zum Ziel führen. In Social Media geht es darum, etwas Langfristiges aufzubauen:

  • Sichtbarkeit,
  • Beziehungen,
  • Reputation und
  • eine Marke.

Das dauert immer seine Zeit – nicht nur online, sondern ebenso im Offline-Bereich.

Nicht unterschätzen sollte man hier vor allem auch die Möglichkeiten der Kontaktpflege mit bestehenden Kunden: In Social Media kann man sich mit dem Posten hilfreicher Informationen ganz einfach und unaufdringlich bei bestehenden oder ehemaligen Kunden in Erinnerung rufen – ohne gleich in der Werbeecke zu landen.

Lektion 2: Die Zielgruppe ist das A & O!

Geben Sie Ihrer Zielgruppe in Social Media das, was diese sucht bzw. haben will und nicht das was Sie verkaufen wollen!

Das führt direkt zum zweiten großen Fehler: Mit wem sprechen Sie eigentlich? Viele Menschen stolpern in die Sozialen Netzwerke und fangen direkt mit Verkaufsangeboten an – ohne sich vorher zu überlegen, wen sie eigentlich ansprechen wollen und wo diese Personen zu finden sind.

Nur als Beispiel: Stellen Sie sich vor, Sie gehen auf eine Babyparty und starten einen Monolog über ihre tollen Sekretariatsleistungen. Die Werbung in eigener Sache ist hier völlig am falschen Platz – dennoch passiert genau dieser Fehler täglich in Social Media.

Die meisten von uns starten in Sozialen Netzwerken, indem sie sich mit den Menschen verbinden, die sie schon kennen: Freunde, Verwandte und Bekannte. Die Wahrheit ist aber: um unsere Angebote an unsere beste Freundin zu verkaufen, benötigen wir weder Facebook, Twitter oder Xing.

Bevor Sie also ihre Angebote wie ein Marktschreier in den leeren Raum rufen, überlegen Sie genau wo und wie Sie Ihre Zielgruppe finden und erreichen können.

Lektion 3: Klare Botschaften senden!

  • Welchen Wert stellt Ihr Angebot für den Kunden dar?
  • Wofür wollen Sie bekannt sein?
  • Warum sollten andere mit Ihnen arbeiten wollen?

Richten Sie Ihre Aktivitäten in sozialen Netzwerken genau auf Ihre Botschaft aus. Überlegen Sie sich einfach: Je mehr „Freunde“ und „Follower“ jemand in Sozialen Netzwerken hat, desto weniger genau (oder auch gar nicht) kann er die einzelnen Updates dieser sozialen Kontakte betrachten.

Bei über hundert wird es schwer jedes einzelne Update zu lesen – darum muss selektiert werden, was wir konsumieren: Verkaufs-Slogans und unpassende Promotionen werden als erstes ausgeblendet.

Um die Aufmerksamkeit Ihrer Zielgruppe zu erreichen und zu behalten, müssen Sie konstant Informationen liefern, die für diese interessant sind. In erster Linie entscheiden die Bedürfnisse Ihrer Zielgruppe darüber, was Sie posten sollten – und nicht das, was Sie gerne erzählen wollen. Denn sonst werden Sie ignoriert.

Aufmerksamkeit in Sozialen Medien muss man sich verdienen. Geben Sie etwas von Wert, dann wird Ihnen auch zugehört – auch wenn Sie Ihre Kontaktadresse und Ihr Angebot dann mit unterbringen.

Niemals aber funktioniert es anders herum. Wenn Sie mir nicht glauben, dann gehen Sie auf Ihr nächstes Netzwerktreffen, lassen Sie Begrüßung und Vorstellung weg und starten Sie die Kontaktaufnahme mit: „Ich biete xy Service zu günstigen Preisen...“ Viel Erfolg damit!

Lektion 4: Freelancer haben es immer schwerer!

Als Freelancer arbeiten Sie meist allein an Ihrem Unternehmen: Sind Sie gut ausgelastet, bleibt wenig Zeit für Social Media.

Insbesondere am Anfang, wenn die verschiedenen Netzwerke noch neu sind, müssen Sie für jedes einzelne Netzwerk erst heraus finden, wie man sich am Besten verhält.

Sie müssen recherchieren, wo genau Ihre Zielgruppe zu finden ist. Genau dann braucht auch Social Media Zeit und Konzentration.

Eine Marke oder Unternehmen kann entweder die Aufgaben auf mehrere Schultern verteilen, oder sogar jemanden einstellen, der sich auf diese Aufgaben konzentrieren kann.

Als Freelancer starten Sie bei Null und müssen sich alles erst hart erarbeiten, wo eine Marke bereits loyale Kunden als erste Fans und Follower mitbringt.

Stellen Sie sich mal vor, Sie könnten auf die Millionen Fans aufbauen, die Ferraris Facebook-Seite liken, völlig unabhängig davon, was Ferrari tatsächlich auf dieser Seite tut – und wie hart der Maler vom Eckladen für seine ersten 100 Fans auf Facebook arbeiten muss.

Erschwerend kommt hinzu, dass Freelancer oft nicht so lange im Voraus planen wie Marken. So kommen für Freelancer oft die Resultate aus Social Media zu spät, um sie noch als Gewinn für die eingesetzte Arbeitskraft und Geld zu empfinden. Umso wichtiger ist es dann, auch als Freelancer schon kleine Erfolge in Social Media tatsächlich zu messen. Das erfordert wiederum einiges an Disziplin.

Der Aufwand lohnt sich!

Es sollte nicht der Eindruck entstehen, Social Media wäre für Freelancer den Aufwand nicht wert. Denn wenn Sie sich dafür entscheiden und sich von Anfang an über die notwendige Zeit und den Aufwand für den Aufbau der Social Media Präsenz im Klaren sind, dann kann ein Freelancer damit große Erfolge feiern.

Denn Ihre aufgebaute Reichweite ist wertvoller als die der großen Marken: Ferrari wird aus 30 Mio. Fans nur selten den gleichen Wert ziehen wie ein Freelancer aus 30.000. Ferrari kennt schon jeder – Sie können über Social Media eine völlig neue Zielgruppe erschließen und sich damit Ihre ganz eigenen „Marke“ und Markenbekanntheit schaffen.

ABER: Es braucht Zeit! Es braucht Geduld! Und es braucht einiges an Fingerspitzengefühl!

Doch wenn Sie es richtig machen, ist es Gold wert.