Selbstständigkeit als Steuerberater? So gelingt’s!

Veröffentlicht am 6. Februar 2015 in der Kategorie Gründung & Selbständigkeit von

Themen: , , , , , ,

Selbstständigkeit als SteuerberaterViele Steuerberater machen sich selbstständig und gründen eine eigene oder übernehmen eine bestehende Kanzlei. Mittlerweile arbeiten fast 76 % der deutschen Steuerberater auf eigene Rechnung. Gleichzeitig sieht es für die junge Generation der Steuerberater beruflich gut aus: Nahezu 23 % der Steuerberater geht in den nächsten Jahren in den Ruhestand. Das bietet viele Möglichkeiten für neue Kanzleien und junge Steuerberater.

Der Schritt vom Arbeitnehmer zum eigenen Chef beinhaltet aber nicht selten Stolperfallen und sollte gut geplant sein. Denn bis sich die neue Kanzlei etabliert hat, ziehen häufig einige Jahre ins Land. Die folgenden Punkte gilt es daher zu beachten, wenn sich Steuerberater selbstständig machen möchten.

Wichtig: Die Form der Existenzgründung

Als Steuerberater haben Sie 3 Möglichkeiten, um sich selbstständig zu machen:

  1. Sie können eine eigene Kanzlei gründen,
  2. eine bereits bestehende Kanzlei übernehmen
  3. oder als Partner einsteigen.

Die wohl einfachste Möglichkeit ist die der Partnerschaft. Gerade junge Steuerberater profitieren vom Know-how der alteingesessenen Partner und müssen sich keinen komplett neuen Kundenstamm aufbauen. Gleiches gilt zum Teil auch bei der Übernahme einer Kanzlei. Hier kann der neue Inhaber in der Regel nicht nur viele Mandanten übernehmen, sondern auch das eingespielte Personal und die Verwaltungsstruktur.

Wesentlich schwieriger gestaltet sich da eine Neugründung. Neben den bürokratischen Hürden, die zu nehmen sind, dauert es einige Zeit, bis sich der Ruf der Kanzlei unter neuen Mandanten herumgesprochen hat. Außerdem müssen Sie Personal suchen und gegebenenfalls einarbeiten. Diese Form der Existenzgründung eignet sich daher nur für erfahrene Unternehmer.

Eine durchdachte Planung ist das A und O!

Der Start in die Selbstständigkeit sollte gut durchdacht und sinnvoll geplant sein. Eine Marktanalyse kann die Chancen und Risiken einer Neugründung ausloten und zeigt, ob sich die geplante Kanzlei finanziell überhaupt lohnt.

Gibt es genügend potenzielle Mandanten und ist die Konkurrenz in der direkten Nachbarschaft überschaubar? Oder handelt es sich bei Ihrer Kanzlei um den 10. Steuerberater in derselben Straße?

Diese und die Frage nach der Finanzierung sind zunächst zu klären. Unter Umständen ist auch ein Gespräch mit der Bank von Nöten, um den möglichen Kreditrahmen auszuloten. In solchen Fällen ist ein professionell erstellter Business Plan, der das geplante Vorhaben skizziert und einen Finanzierungsplan beinhaltet, nahezu unabdingbar.

Aber auch wer nicht den Gang zur Bank machen muss, tut gut daran, vorab einen Business Plan zu entwerfen und sich dabei gegebenenfalls professionelle Hilfe ins Boot zu holen. Diese finden Sie bei Unternehmensberatungen oder bei auf Gründungen spezialisierten Coaches. Zudem bietet auch die Steuerberaterkammer Unterstützung bei der Kanzleigründung an.

Ist die Finanzierung geklärt, sollten Sie möglichst schnell mit der Suche nach den passenden Mitarbeitern beginnen. Läuft die Kanzlei erst einmal, brauchen Sie fachkräftige Unterstützung, auf die Sie sich verlassen können.

Wer eine Partnerschaft eingehen möchte, der sollte sich zu Beginn der Verhandlungen vor allem genaue Zahlen vorlegen lassen und klären, ob sich eine Beteiligung finanziell überhaupt rentiert. Auch die Aufgaben und Arbeitsgebiete sollten bereits am Anfang der Verhandlungen klar abgesteckt werden, damit es später nicht zu Reibereien kommt.

Was das Finanzielle angeht, können sich Interessenten bei der Übernahme einer bestehenden Kanzlei zunächst an den bestehenden Abrechnungen und Büchern orientieren. Hat die Kanzlei in den letzten Jahren keinen Gewinn gemacht, stellt sich natürlich die Frage, woran das lag und ob Sie selbst etwas daran ändern können.

Außerdem sollten Sie sich bereits zu Beginn der Verhandlungen darüber Gedanken machen, ob Sie weiter mit dem eingespielten Personal des vorherigen Inhabers zusammen arbeiten oder ein ganz neues Team aufstellen wollen. Je nachdem wofür Sie sich entscheiden, planen Sie genügend Zeit für Bewerbungsgespräche und Einarbeitungszeiten ein.

Das müssen Sie mitbringen

Inhaber einer Steuerberaterkanzlei müssen nicht nur profunde Fachkenntnisse im Steuerrecht vorweisen können, Sie brauchen auch unternehmerische Kenntnisse und Organisationstalent. Zu den neuen Aufgaben als Chef der Kanzlei gehören die Personalführung und das Kanzleimanagement, die Mandantenakquise und das Marketing.

Voraussetzungen für die Selbstständigkeit sind:

  • Betriebswirtschaftliche Kenntnisse
  • Führungskompetenz
  • Kommunikationsvermögen
  • Ein gutes Zeit- und Stressmanagement

Wer seine Selbstständigkeit mit Weitsicht plant, hat aber hervorragende berufliche Aussichten. Den Mut zur Selbstständigkeit belohnt nicht nur ein überdurchschnittliches Einkommen, auch sein eigener Chef zu sein, ist eine überaus wertvolle Erfahrung.