Startup-Idee: Gemüsegarten in den eigenen vier Wänden

Veröffentlicht am 1. September 2014 in der Kategorie Gründung & Selbständigkeit von

Themen: , , , , , , ,

Startup-Idee: Gemüsegarten in den eigenen vier Wänden

greenYou-Gründer: Soeren Schahn (l.) und Tolga Taskin

Sie sind ein Fan von Gartenarbeit und wollen auch im Winter Ihre Leidenschaft ausleben? Sie wollen einfach wissen woher das Grünzeug, das auf Ihrem Teller landet stammt? Oder Sie wünschen sich für Ihr Zuhause mehr Grün? Egal was der Grund sein mag, die Gründer des Startups greenYou haben sich des Problems angenommen. Wir haben uns mit ihnen über Finanzierung, Gründung und Inspiration im Interview unterhalten.

Zeit von Gründung bis Launch ging schnell vorbei

unternehmer.de: Wer seid Ihr und was macht Ihr?

Soeren Schahn: Wir sind greenYou, Hersteller von indoor-gardening Artikeln. Unsere Produkte bieten Menschen die Möglichkeit das ganze Jahr zuhause in den eigenen vier Wänden Gemüse und Kräuter zu kultivieren. Dabei setzen wir auf ein nachhaltiges und modernes Konzept.

unternehmer.de: Wie seid Ihr auf Eure Geschäftsidee gekommen und wann kam es zum Entschluss, tatsächlich ein eigenes Unternehmen auf die Beine zu stellen?

Tolga Taskin: Da wir schon seit Jahren im Garten tätig sind und uns diese Arbeit Spaß bereitet, kamen wir auf die Idee ein Produkt zu entwickeln, mit dem es möglich ist das ganze Jahr über Gemüse und Kräuter zu kultivieren. Die Planung hat viel Zeit in Anspruch genommen, doch im Februar 2014 war es dann endlich soweit und wir haben das Unternehmen gegründet. Ab dem Zeitpunkt ging alles relativ schnell, Probleme kamen, Probleme wurden gelöst und Anfang Mai sind wir dann mit unserem Onlineshop an den Markt getreten.

unternehmer.de: Was habt Ihr vorher gemacht und wie habt Ihr zueinander gefunden?

Soeren Schahn: Wir studieren beide. Tolga studiert soziale Arbeit in Hamburg und ich BWL in Greifswald. Wir kennen uns schon seit Jahren und waren öfters zusammen im Urlaub zum Surfen und gehen regelmäßig gemeinsam zum Sport.

Mini-Gewächshaus als kleiner, geschlossener, ökologischer Kreislauf

unternehmer.de: Was ist Eure größte Hoffnung, das Ziel, bei diesem Projekt? Erwünscht Ihr Euch für Kunden eine umweltfreundlichere Ernährungsweise, das Erwecken der Liebe zum Grünen, etwas anderes?

Tolga Taskin: Wir hoffen, dass Menschen sich mehr Gedanken über ihren Lebensstil machen und auch mal hinterfragen, woher das Gemüse kommt, welches man im Supermarkt tagtäglich „frisch“ erwerben kann. Unsere Vision ist es, dass Menschen ihren eigenen Konsum selber abdecken können. Dabei ist es uns wichtig, dass dies nicht nur Menschen mit eigenem Garten vorbehalten bleibt.

unternehmer.de: Wovon lasst Ihr Euch für neue Ideen und Produkte inspirieren?

Soeren Schahn: Die Techniken, die wir in unseren Produkten verwenden existieren z.B. schon im kommerziellen Anbau von Gemüse. In riesigen Gewächshäusern z.B. in den Niederlanden. Wir haben diese Technologien kombiniert und miteinander in ein Produkt integriert. Man kann also sagen, so ein Gewächshaus von uns ist ein kleiner, geschlossener ökologischer Kreislauf. Über den Pflanzen scheint die Sonne, welche durch LED-UV-Dioden imitiert wird und Wasser wird mit Hilfe einer Gaze in das Substrat reingezogen und gleichmäßig verteilt, sodass die Pflanzen ohne Probleme wachsen können.

Startup-Idee: Gemüsegarten in den eigenen vier Wänden

Zeit für Entspannung ist wichtig!

unternehmer.de: Wie finanziert Ihr Euch? Welche Quellen standen Euch bei der Gründung zur Verfügung?

Tolga Taskin: Das Unternehmen ist größtenteils durch Eigenkapital finanziert. Wir haben beide Teile unserer Rücklagen dafür verwendet, um dieses Projekt auf die Beine zu stellen. Ein anderer Teil kommt von unseren Familien, die von der Idee auch sehr überzeugt sind und uns tatkräftig unterstützen.

unternehmer.de: Wenn Ihr heute zurückblickt: Was waren die größten Fehler, die Ihr vor oder während Eurer Gründung begangen habt?

Soeren Schahn: Wir haben sehr hart und viel gearbeitet, was sehr gut ist. Allerdings ist es manchmal auch sehr gut und entspannend sich etwas Zeit für sich zu nehmen, damit man wieder mit voller Leistung und den neuen Tag starten kann.
Ab und zu hätte man sich besser über die Konditionen der ein oder anderen Spedition besser informieren können, aber man lernt aus Fehlern jedes Mal und macht diese hoffentlich nur einmal.

Freunde und Bekannte haben oft gute Tipps parat

unternehmer.de: Jetzt zum Positiven! Worauf seid Ihr im Rückblick besonders stolz, was waren Eure größten Erfolge?

Tolga Taskin: Sehr stolz sind wir darauf, einfach alles so durchgezogen zu haben und jedes Problem gelöst zu haben. Der Tag, wo wir unser eigenes, selbst entworfenes Produkt in den Händen hielten, war sehr prägend für uns und hat uns in unserer Überzeugung für dieses Unternehmen weiter bestärkt.
Der Tag, als wir das erste Mal in der Zeitung waren, war ein tolles Gefühl. Auch das erste Mal im Fernsehen mit dem eigenen Unternehmen war ein kleiner Meilenstein für uns.

unternehmer.de: Welche Tipps würdet Ihr angehenden Existenzgründern geben? Was ist vor allem in der Gründungsphase und kurz danach besonders wichtig?

Soeren Schahn: Wichtig ist es, sich von Rückschlägen nicht kleinkriegen zu lassen und immer weiter am Ball zu bleiben. Nach der Gründung ist viel zu tun, nun zählt es, sein Produkt an den Kunden zu bringen und den Kunden von den Vorteilen dieses Produktes zu überzeugen. Der Erfolg kommt nicht von alleine. Auch Freunde und Bekannte haben oft gute Tipps oder kennen Leute, welche einem weiterhelfen können.

unternehmer.de: Welche Charaktereigenschaften sind ein absolutes Muss für Gründer?

Tolga Taskin: Entschlossenheit. Wer zögert, wird oft schon gar nicht den Schritt gehen und ein Unternehmen gründen. Danach gilt es Ausdauer zu zeigen und das Produkt zu vertreiben, hierbei sind sogenannte „Soft Skills“ auch sehr hilfreich und der Umgang mit anderen Menschen.

Neue Ideen gibt es schon

unternehmer.de: Was fehlt Euch noch zum Glück (ein Mitarbeiter, ein Investor, ...)?

Soeren Schahn: Wir sind glücklich wie es zurzeit ist. Es freut uns sehr zu sehen, wie die Arbeit die man reingesteckt hat sich auszahlt.
Abgeneigt wären wir nicht Investoren zu finden, um dem Unternehmen ein noch schnelleres Wachstum zu ermöglichen und auch möglichst zeitnah neue Produkte zu entwickeln. Ideen sind da, doch noch müssen wir gut wirtschaften mit unserem Geld.

unternehmer.de: Wo steht Ihr heute in einem Jahr?

Tolga Taskin: Wir hoffen, dass wir möglichst schnell eine GmbH gründen können. Wenn das Wachstum so fortschreitet, dann wäre das nächstes Jahr möglich. Anfang 2015 sollten wir soweit sein, dass neue Produkte in das Sortiment integriert werden können. Auch Besuche auf Messen sind geplant, um die eigenen Produkte vorstellen und neue Impressionen sammeln zu können.

Startup-Idee: Gemüsegarten in den eigenen vier Wänden

Grünes bringt etwas Licht in dunkle Winter

unternehmer.de: Gibt es Pläne, in den ausländischen Markt zu expandieren?

Soeren Schahn: Die Pläne gibt es. Bisher ist dies sogar schon teilweise automatisch geschehen, dass Leute aus den Niederlanden, Österreich und der Schweiz auf uns aufmerksam geworden sind und Produkte bestellt haben. Wir bleiben da dran. Unser Ziel ist es auch an nordische Länder heranzutreten, um dort in den winterlichen Monaten etwas Licht ins dunkle zu bringen mit unserem Produkten.

unternehmer.de: Gibt es irgendeine lustige Anekdote oder kuriose Begebenheit aus Eurer Geschichte zu erzählen?

Tolga Taskin: Besonders in den Gängen zu manchen Behörden gibt es lustige Geschichten zu erzählen, denn dort wird einem gerne mal ein kleiner Stolperstein in den Weg gelegt und quasi krampfhaft versucht, junge Gründer etwas abzuschrecken. Dies jedoch auf eine lustige und meist unterhaltsame Art aus unserer Sicht.

unternehmer.de: Kurze Frage - kurze Antwort: Der Exit als Ziel. Ja? Nein? Vielleicht?

Soeren Schahn: Wir haben uns schon ein paar Mal drüber unterhalten, wie wir reagieren würden wenn jemand unser Unternehmen übernehmen möchte. Jedoch sind wir sehr glücklich wie es ist zurzeit ist. Die Chancen stehen gut, dass greenYou groß werden kann und das möchten wir nutzen.

Archimedes und DaVinci als Wunschpartner für Geschäftsessen

unternehmer.de: Wenn Ihr Euch für ein Geschäftsessen einen Gesprächspartner aussuchen könntet, egal ob real oder fiktional, lebend oder tot. Wen würdet Ihr wählen? Worüber würdet Ihr reden?

Tolga Taskin: Hätte ich die Chance, würde ich mit Archimedes von Syrakus einmal Essen gehen. Die Verwendung von Sonnenenergie geht auf ihn zurück. Archimedes hat im 3. Jahrhundert die römische Flotte mit Hilfe von Brennspiegeln in Brand gesetzt, um Syracus vor den römischen Angreifern zu schützen.
Heutzutage wird Solarenergie dafür genutzt, um umweltschonend Energie zu produzieren.

Soeren Schahn: Ich würde gerne einmal den bekanntesten Universalgenie Leonardo DaVinci treffen. Dieser Mann ist eine sehr bedeutende Persönlichkeit in der menschlichen Geschichte. Ich denke es wäre sehr interessant, sich mit ihm zu unterhalten und herauszufinden was er für ein Mensch ist.
Einem Treffen mit Gordon Gekko wäre ich auch nicht abgeneigt.

unternehmer.de: Vielen Dank für das Interview und viel Erfolg und Glück für die Zukunft!