Gastro-Start-up: Businessplan erstellen leicht gemacht (+ 9 Marketing Tipps!)

Veröffentlicht am 6. Juni 2014 in der Kategorie Gründung & Selbständigkeit von

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business plan restaurantRestaurant eröffnen ohne Businessplan? Auch, oder gerade heutzutage kann sich aus der Restauranteröffnung schon nach relativ kurzer Zeit eine feste und sichere Existenz ergeben. Das Führen eines Restaurants mit Speisen und Getränken bedeutet, sich in den Dienst der Kunden zu stellen - und stellen zu wollen. Alleiniger Wille dazu ist allerdings kein Garant für den Erfolg.

Der Existenzgründer oder Jungunternehmer sollte neben einigen persönlichen Voraussetzungen auch fachliches Know-how mitbringen und im optimalen Fall sind zumindest erste Erfahrungen in der Restaurantführung vorhanden. Doch bis das Restaurant am Tage X eröffnet werden kann, gibt es viel zu bedenken und vorzubereiten. Der zukünftige Restaurantbetreiber muss die Existenzgründung als seinen Geschäftsbetrieb planen und einen Businessplan aufstellen.

Mit dem Businessplan Kapitalgeber überzeugen

Sowohl die Eröffnung eines neuen als auch die Übernahme eines schon bestehenden Restaurants ist mit einmaligen Kosten verbunden. Sofern das vorhandene Ersparte nicht ausreicht, kann der verbleibende Betrag mit einem kurzfristigen Kredit oder mit einem längerfristigen Darlehen fremdfinanziert werden. Kreditinstitute erwarten zur Bonitätsbewertung des Kreditsuchenden nachprüfbare Unterlagen über die Geschäftseinnahmen. Die sind naturgemäß noch nicht vorhanden.

Anstelle dessen legt der Kreditgeber Wert auf einen Businessplan nebst Budgetplan. Der Existenzgründer muss im Businessplan sein Restaurant vorstellen und das neue Unternehmen präsentieren. Der Budgetplan, als Bestandteil des Businessplans, sollte die kurz-, mittel- sowie langfristigen Einnahmen und Ausgaben nachvollziehbar mit Kostenarten und Kostenhöhen darlegen.

Diese 10 Inhalte führen zum gelungenen Businessplan!

Zu den wesentlichen Inhalten des übersichtlich gegliederten und strukturierten Businessplans gehören:

  1. Anlass und Idee für die Restauranteröffnung
  2. Art und Charakter des Restaurants
  3. Standortanalyse
  4. Aussagen über direkte sowie mittelbare Mitbewerber
  5. Beschreibung des Restaurants sowie seiner örtlichen und räumlichen Lage
  6. Organisatorische Struktur zum Betreiben mit Öffnungszeiten
  7. Personelle Struktur für die Bereiche Küche, Service, Reinigung/Pflege
  8. Speise- und Getränkekarte mit dem vollständigen Angebot und den zugehörigen Preisen
  9. Planung zu Marketing und Werbung
  10. Curriculum Vitae des Antragstellers sowie der Führungskräfte in Küche und Service

Alle Tipps gibt es in diesem kleinen Schaubild nochmal zusammengefasst zum Pinnen, Posten, Weiterleiten oder Abspeichern:
business plan restaurant - das muss rein

Restaurant: Erstfinanzierung mit günstigen Fördermitteln

Die Kreditanstalt für Wiederaufbau, kurz KfW, verwaltet Bundesmittel, die auch für eine Restauranteröffnung als Existenzgründung verfügbar sind. Diese sogenannten KfW-Finanzierungen werden als zins- und tilgungsgünstige Darlehen bewilligt. Günstig in diesem Sinne bedeutet:

  • eine mehrere Jahre lange Tilgungsfreiheit,
  • eine oftmals zwanzigjährige Darlehenslaufzeit,
  • sowie einen niedrigen Zinssatz.

Die Abwicklung der Finanzierung erfolgt über die Hausbank des Existenzgründers. Sie ist sein Ansprechpartner und nimmt anhand des Businessplans sowie der Budgetplanung die Bonitätsbewertung vor. Darüber hinaus eine Prognose über die zu erwartende wirtschaftliche Entwicklung des Restaurants.

Mit dieser Finanzierung im mittleren bis hohen fünfstelligen Eurobereich ist sowohl ein vollständig neues Restaurant als auch eine Restaurantübernahme mit den damit verbundenen Einmalkosten bezahlbar. Entscheidend ist dabei die Bewertung durch den Fachberater der Hausbank. Der orientiert sich am Businessplan. Dem Antragsteller sollte bewusst sein, dass „sein“ Kundenberater die Entscheidung gegenüber seinem Vorgesetzten vertreten muss. Für den erfolgreichen Start des Restaurants ist aber auch ein professionelles und gut strukturiertes Marketing erforderlich.

Gute Besucherzahlen? Nur mit gutem Marketing!

Jedes Restaurant lebt von seinen Gästen, und zwar vom sogenannten hohen Gästedurchlauf. Das ist nur dann möglich, wenn die Existenz des neuen Restaurants bekannt ist. Wenn dann noch das Preis-Leistungs-Verhältnis sowie der Service stimmen, dann kommen die Restaurantgäste gerne wieder und werden zu Dauergästen. Damit es dazu kommt, sollte geworben werden.

Werbung und Marketing als ein integrierter Bestandteil der gesamten Unternehmensführung kosten Geld. Die damit verbundenen Kosten sind überwiegend Fremdkosten, weil mit der Werbung und dem Marketing externe Dienstleister beauftragt werden. Im Budgetplan ist für diesen Businessbereich ein entsprechend realistischer Ansatz einzuplanen.

Der Kreditgeber wird auf diese Position besonders achten. Ihm ist die Bedeutung eines guten und erfolgreichen Marketings für den Geschäftserfolg bekannt. Das neue Restaurant wird in erster Linie von der Laufkundschaft frequentiert. Darauf konzentriert sich das Marketing mit seiner Vielfalt an Werbemöglichkeiten.

9 Marketing-Tipps für Gastronomen

  1. Werbung in der örtlichen und regionalen Tageszeitung
  2. Werbung im örtlichen Anzeigenblattes als Kombination aus Anzeige und Restaurantpräsentation
  3. Rundfunkwerbung im örtlichen Lokalfunk
  4. Beilagen von Handzetteln oder Flyern in örtlichen Printmedien
  5. Briefkastenwerbung mit Flyern im betreffenden Stadtteil/Stadtviertel
  6. Kleinanzeigen in Programmheften von Vereinen und Veranstaltungen
  7. Handzettelwerbung durch Schüler/innen
  8. Launch einer neuen Firmen-/Restaurantwebsite im Internet
  9. weitere Präsenz im World Wide Web (Bewertungsportale, Social Media, etc.)

Alle Tipps nochmal als Bild zusammengefasst:
restaurant business plan marketing
Zum Marketing zählen auch Aktionen, Sonderangebote und dergleichen anlässlich der Restauranteröffnung. Auch dafür ist die richtige Werbung sehr wichtig, damit ein möglichst großer Personenkreis davon erfährt. Redaktionelle Beiträge in Zeitschriften und Magazinen können mit kostenvergünstigten Restaurantbesuchen kompensiert werden, um die tatsächlichen Ausgaben dafür zu minimieren. Je ausführlicher dieser Bereich im Businessplan dargestellt wird, umso deutlicher und auch zwingender sind die Aussichten auf einen erfolgreichen Restaurantstart und die damit verbundene Finanzierung.

Ein Restaurantbetrieb ist kein Selbstläufer und wird es auch nicht werden. Der Existenzgründer sollte sich bewusst machen, dass er dauerhaft immer wieder Ideen entwickeln muss, um neu Gäste zu gewinnen und seine Dauergäste zu begeistern. Ein gut geführtes Restaurant bietet dazu mit seinen Segmenten:

  • Küche
  • Getränke
  • Service
  • Ausstattung
  • Einrichtung
  • Ambiente

vielfältige Möglichkeiten. Geradezu ideal ist es, wenn dem Gast bei jedem Besuch etwas Neues oder Besonderes geboten wird. Bis hin zum Giveaway, zu einer frischen Rose am Muttertag, oder auch zu etwas Schärferem am Vatertag.

Tipp aus der Redaktion

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