Tipps zur Namensfindung: So finden Sie den passenden Namen für Ihre Marke!

Veröffentlicht am 5. März 2012 in der Kategorie Gründung & Selbständigkeit von

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Ganz klar: Der Name einer Marke ist ihr Fundament. Ist das Fundament solide gesetzt, kann ein Wolkenkratzer darauf gebaut werden. Ist es uneben und unsicher, wird das Gebäude es auch sein. Markennamen prägen unser Leben. Sie werden sogar zu Synonymen für Gegenstände: Wir sagen „Würdest du mir ein Tempo reichen?“, wenn wir ein Papiertaschentuch meinen. Hat es eine Marke geschafft, ihren Namen derart im Hirn des Verbrauchers zu verankern, ist ihr Wert fasst unbezahlbar.

Die gute Nachricht: Letztlich sind die Optionen, die Sie bei der Namenswahl haben, sehr begrenzt. Abgesehen von Familien- und Eigennamen können Sie entweder einen Kunstnamen bilden, einen lexikalischen Begriff verwenden oder Abkürzungen und Zahlen nutzen. So weit, so gut. Doch was macht einen attraktiven Produkt- oder Markennamen aus? Worauf muss ein Start-up achten, wenn es um Naming und Namenssuche geht? Funktionieren Abkürzungen und Zahlen? Und welche Fehler sollten Sie unbedingt vermeiden? Was Sie über Namensfindung wissen müssen, verraten Ihnen diese Tipps.

Tipp Nr.1: Check it out, baby! Schreiben Sie eine Checkliste fürs Naming

Bevor Sie wild drauflos brainstormen, sollten Sie sich einige strategische Fragen stellen: Gibt es eine genaue Definition, welche Produkte und Dienstleistungen unter den Namen fallen? Welche Zielgruppe wollen Sie mit dem Namen ansprechen? Wie und wo wird der Name überwiegend kommuniziert (Wenn Sie ein Bier benennen wollen, sollten Sie zum Beispiel daran denken, dass der Name auch bei voller Diskolautstärke und im alkoholisierten Zustand kommuniziert werden muss)? Soll der Name als Wortmarke schützbar sein? Und in welchen Ländern wird er genutzt? Machen Sie sich eine Liste und beantworten Sie diese Fragen. So ergeben sich erste Richtungs-Koordinaten.

Tipp Nr.2: Heureka, ich hab's… leider nicht! Das Warten auf den Geistesblitz

Sorry! Der überraschende Geistesblitz bleibt meistens aus. Kreativität braucht Vorarbeit. So auch bei der Namensfindung. Recherchieren Sie vorab alle möglichen Wortwelten. Dann bilden Sie ein Kreativ-Team – möglichst mit Menschen, die unterschiedlich denken und an Aufgaben herangehen. Und los geht's: Sammeln Sie wild alle möglichen Ideen und Assoziationen. Spielen Sie mit Bildern, Farben, Buchstaben. Bilden Sie Anagramme oder setzen Sie Wortteile zusammen. Lassen Sie Ihre Marke als Tier auferstehen, als Superheld, Comicfigur oder Automarke. Denken Sie in alle Richtungen. Ganz wichtig: Urteile bleiben draußen. Die Spreu vom Weizen trennen Sie erst hinterher.

Tipp Nr.3: Was muss Ihr Name haben? Die ERFOLGS-Formel

Okay, wie trennen Sie nun die Spreu vom Weizen? Sie finden in der Literatur einige Formeln, die Ihnen als erste Faustregeln helfen, um die Qualität eines Namens zu bewerten. Eine davon ist die ERFOLGS-Formel. E steht demnach für einfach, R für relevant, F für freundlich, O für originell, L für leicht einprägsam, G für glaubwürdig und S für die Summe all dieser Qualitäten. Sicherlich: Diese Begriffe sind zum Teil sehr subjektiv. Wer kann schon sagen, was wirklich originell ist? Dennoch: Verwenden Sie diese Formel als erstes Metermaß, das Sie an Ihren Namen anlegen können.

Tipp Nr.4: Beschreibung adé! Nutzen Sie Namen, die sich monopolisieren lassen

Eigentlich liegt es ja nahe, für Ihre Marke einen Namen zu finden, der sie beschreibt. Sie eröffnen ein Fitness-Studio und nennen es „Fitness Company“. Das Problem: Das Markenrecht verbietet es, allgemeine, beschreibende Begriffe zu monopolisieren. Darum kann jede Fitness-Klitsche an der Ecke mit „Ihre Fitness Company“ werben. Und schon ist die Alleinstellung (ein starker Markenname) futsch. Darum lohnt es sich, nach neuen Wortschöpfungen zu suchen. Zum einen sind sie noch nicht mit Bedeutung aufgeladen und können frei kommuniziert werden. Zum anderen steigt die Chance, mit einem neuen Begriff ein Namensmonopol zu schaffen, dass Ihnen niemand mehr wegnehmen kann.

Tipp Nr.5: N.e.i.n. – Warum Sie Abkürzungen vermeiden sollten

Ja, BMW ist ein gutes Gegenbeispiel. Vielleicht weiß noch nicht einmal jeder, dass diese Abkürzung für „Bayrische Motorenwerke“ steht. Aber alle kennen BMW. Dennoch: Die Zeiten, in denen Sie einfach lange Wortkombinationen zu Abkürzungsschnipseln zusammenziehen konnten, sind vorbei. Denn so ziemlich jede Kombination gibt es hundertfach im Internet. Testen Sie's doch mal: Kombinieren Sie drei beliebige Großbuchstaben und geben Sie diese bei Google ein. Wetten, dass Sie Firmen, Produkte, Prozesse, Systeme, Vereine oder was auch immer finden, die genau so heißen?

Tipp Nr.6: Würden Sie einen 1302 kaufen? Warum Zahlen sich nicht auszahlen

Bis ins Jahr 2002 war der gute alte „VW KÄFER“ das meistverkaufte Auto der Welt. Doch den Namen „Käfer“ bekam er nicht vom Hersteller. Offiziell trug der Käfer Namen wie „Typ 1 VW 1200 Standard“, später dann 1300, 1302 usw. Zum Glück hatte der Volksmund ein anderes Bedürfnis als der Hersteller. Er wollte einen sprechenden Namen für dieses knuddlige Auto – und taufte ihn kurzerhand „Käfer“. Erst 1967 nutzte VW die Kreativität des Volkes in einer Anzeigenkampagne. Später kam mit dem „New Beetle“ dann die offiziell getaufte Neuauflage. Merke: Zahlen sind nie so schön wie griffige, treffende Namen.

Tipp Nr.7.„Äh… können Sie das noch mal buchstabieren?“ Ihr Name im Test

Der Name klingt gut, Kreative, Gesellschafter und Ihre Familie sind gleichermaßen begeistert. Schön und gut. Doch wie wirkt Ihr Name in einer geschäftlichen Alltagssituation? Können Sie ihn gut kommunizieren? Machen Sie den Telefontest: Bitten Sie Geschäftspartner oder Freunde, die den Namen noch nicht kennen, Sie anzurufen. Melden Sie sich mit dem Namen und lassen Sie sich Feedback geben, was der Telefonpartner verstanden hat. Sie werden sehen: Ganz schnell wirkt hier das „Prinzip Stille-Post“…

Tipp Nr:8: Drum prüfe, wer sich ewig bindet… Kollisionsrecherche

Jetzt sind Sie sich wirklich sicher: Dieser Name soll es sein! Doch wenn Sie Pech haben, werden Sie schnell feststellen, dass vor Ihnen schon andere diese brillante Idee hatten. Jetzt beginnt die Recherche. Als Erstes googeln Sie ganz einfach Ihren Fund. Taucht Ihre Namensidee noch in keiner Trefferliste auf, heißt das fast schon „Bingo!“. Auch eine Anfrage beim Deutschen Patent- und Markenamt kann weiterhelfen. Doch natürlich ist eine umfassende Recherche weit komplexer. Es muss auf phonetische Ähnlichkeiten, auf Ähnlichkeiten bestehender Wortmarken, Bildmarken usw. geachtet werden. Das sollte ein Experte übernehmen, der sich wirklich auskennt und Sie juristisch absichern kann.

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