Gewerkschaft verteidigt Warnstreiks im öffentlichen Dienst
Trotz Kritik aus Bevölkerung und Politik verteidigt Susanne Kremer, stellvertretende Landesleiterin der Gewerkschaft ver.di in Niedersachsen, die groß angelegten Warnstreiks. Sie bemängelte, dass nach zwei Gesprächsrunden weiterhin “nullkommanull” Angebot seitens Bund und Kommunen eingebracht worden wäre. Gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung sagte Kremer deswegen, “uns bleibt nichts anderes übrig, um Bewegung in die Tarifverhandlungen zu bringen”.
Zu Form und Ausmaß der Arbeitsniederlegungen sagte Kremer, “die Arbeitgeber müssen es spüren”. Auch an der Richtigkeit der Konzentration des Streiks auf einen Tag ließ die stellvertretende ver.di-Landesleiterin keine Zweifel aufkommen. “Für die Bevölkerung wäre es nicht angenehmer, wenn der Nahverkehr an mehreren Tagen für zwei bis drei Stunden bestreikt würde”. Außerdem handelte es sich nicht um eine kurzfristige Aktion. Die Bevölkerung sei informiert gewesen und habe seit einer Woche Zeit, sich auf die Streiks einzustellen.
Während des ganztägigen Warnstreiks, zu dem Arbeitnehmer im öffentlichen Dienst aufgerufen waren, legten nicht nur Beschäftigte in Behörden, Kindertagesstätten und der Müllabfuhr die Arbeit nieder. Auch der Nahverkehr in Hannover, Braunschweig, Göttingen, Hildesheim und Wolfsburg war massiv betroffen.
Besonders für diesen Aspekt hagelte es Kritik von politischer Seite. In Hannover beispielsweise zeigte nicht nur Oberbürgermeister Stephan Weil Unverständnis, auch Regionspräsident Hauke Jagau kritisierte gegenüber der Hannoverschen Allgemeinen Zeitung den Streik mit deutlichen Worten. “Ich habe überhaupt kein Verständnis dafür, dass die Schulkinder bei diesen Witterungsverhältnissen nicht
mit Bussen und Bahnen befördert werden”, so Jagau.
(Quelle: ddp)
Unternehmer.de-Redaktion: Katrin Horn
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