Gebäudereiniger drohen mit Warnstreiks
Ab dem 1. Oktober kommt es zu Warnstreiks in den Betrieben des Gebäudereiniger-Handwerks. Laut dem Branchenverantwortlichen der IG Bau-Agrar-Umwelt (IG BAU), Frank Wynands, läuft der zurzeit geltende Tarifvertrag für die circa 450 000 betroffenen Angestellten am 30. September aus. Des Weiteren soll bis Mitte Oktober eine Urabstimmung über einen möglichen Arbeitskampf entscheiden. Erst danach sind bundesweite Streikaktionen möglich.
Zudem fordert die Gewerkschaft ab dem 1. Oktober für die nächsten zwölf Monate 8,7 % mehr Gehalt. Gleichzeitig enthält der Forderungskatalog eine Anhebung der Löhne und Gehälter in den östlichen Bundesländern auf das Niveau der westlichen. Des Weiteren sollen die Tarifverträge auf alle Beschäftigten der Branche ausgedehnt und eine arbeitgeberfinanzierte betriebliche Altersvorsorge gesichert werden.
Bis jetzt bietet die Arbeitgeberseite eine Lohnerhöhung von 3 % im Westen und 3,6 % im Osten. Diese Erhöhung soll ab 2010 gelten und eine Laufzeit von 21 Monaten haben. Eine Angleichung der Löhne in Ost und West ist für die Arbeitgeber erst für das Jahr 2029 ein Thema. Auch die anderen Forderungen wurden komplett abgelehnt.
In diesem Zusammenhang verwies Wynands auch auf die gesetzlich verordneten Mindestlöhne, die für das Gebäudereiniger-Handwerk Ende September auslaufen. Allen Mitarbeitern, die in nicht tariflich gebundenen Unternehmen angestellt sind, drohen sinkende Löhne. In tariflich gebundenen Firmen habe der gesetzliche Mindestlohn den Status als tariflicher Mindestlohn und somit eine Gültigkeit bis zum Abschluss eines neuen Tarifvertrages.
Von den Angestellten der der Branche bekommen nach Gewerkschaftsangaben rund 75 % den derzeitigen Mindestlohn von 8,15 Euro im Westen und 6,58 Euro im Osten. Davon sind zudem circa 70 % Teilzeit- oder geringfügig Beschäftigte.
(Quelle: ddp)
Unternehmer.de-Redaktion: Martin Grünbeck
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