| 20. Dezember 2010

Finanzen & Steuern

Steuer-Ticker 12.10: Aktuelles für Unternehmer

Die Steuerkanzlei REICHARDT Steuerberatung – Wirtschaftsmediation aus München veröffentlicht in jeder Ausgabe des Fachmagazins “Mittelstand Wissen” Steuernews für den Mittelstand.

Die Themen im Einzelnen: Verlängerte Frist bei elektronischen Vorsteuer-Vergütungsverfahren +++ Übersicht der zu vernichtenden Unterlagen zum Ende des Jahres +++ GmbH muss trotz Abmeldung IHK – Beiträge zahlen

Verlängerte Frist bei elektronischen Vorsteuer-Vergütungsverfahren

Anfang des Jahres 2010 haben sich die Richtlinien für das Vorsteuer-Vergütungsverfahren innerhalb der Europäischen Union grundlegend geändert. Betroffene Unternehmer müssen seitdem den Erstattungsantrag über das Internet beantragen.

Neu ist auch, dass der Antrag im eigenen Ansässigkeitsstaat gestellt werden muss und nicht mehr – wie bisher – im Vergütungsstaat (z. B. Frankreich). Bisher galt für die Beantragung eine Ausschlussfrist bis 30. September 2010. Der EUMinisterrat hat nun eine Verlängerung um sechs Monate beschlossen. Damit haben betroffene Unternehmer bis zum 31. März 2010 Zeit Anträge zu stellen oder ggf. zu ergänzen.

Übersicht der zu vernichtenden Unterlagen zum Ende des Jahres

Das Jahr neigt sich dem Ende zu und diese Zeit wird regelmäßig genutzt um nicht mehr benötigte Unterlagen zu vernichten. Nachfolgende Übersicht soll helfen:

  • Aufzeichnungen aus den Jahren 2000 oder früher
  • Inventare bei denen die letzten Eintragungen in den Jahren 2000 oder früher erfolgten
  • Bücher deren letzte Eintragung im Jahr 2000 oder früher erfolgte
  • Jahresabschlüsse, Eröffnungsbilanzen und Lageberichte die vor dem Jahr 2000 aufgestellt wurden
  • Buchungsbelege aus den Jahren 2000 oder früher
  • Handels- oder Geschäftsbriefe die im Jahr 2004 oder früher empfangen oder abgesandt wurden
  • Sonstige für die Besteuerung relevante Unterlagen aus den Jahren 2004 oder früher

In einigen Fällen können die oben genannten Unterlagen allerdings nicht vernichtet werden. Dies gilt wenn die Unterlagen von Bedeutung sind

  • für eine begonnene oder angekündigte Außenprüfung (z. B. Betriebsprüfung)
  • für anhängige Ermittlungen im steuerstraf-und/oder bußgeldrechtlichen Bereich
  • für ein laufendes oder auf Basis einer Außenprüfung zu erwartendes Rechtsbehelfsverfahren oder zur Begründung der Anträge an das Finanzamt und
  • bei vorläufigen Steuerfestsetzungen

In diesem Zusammenhang ist ebenso zu erwähnen, dass elektronische Daten (z. B. die Finanzbuchführung auf dem Computer) ebenfalls für zehn Jahre vorgehalten werden müssen.

Tipp: Natürliche Personen, deren Summe der positiven Einkünfte aus Überschusseinkünften (nicht selbständige Arbeit, Kapitalvermögen, Vermietung und Verpachtung, sonstige Einkünfte) mehr als 500.000 Euro im Kalenderjahr 2009 betragen hat, müssen ab dem Jahr 2010 die in diesem Zusammenhang stehenden Unterlagen sechs Jahre aufbewahren. Bei Ehegatten oder zusammenveranlagten Partnern einer Lebensgemeinschaft hat die Feststellung gesondert zu erfolgen. Die Verpflichtung entfällt nach Ablauf von fünf aufeinander folgenden Kalenderjahren in denen die Voraussetzungen nicht erfüllt sind.

GmbH muss trotz Abmeldung IHK – Beiträge zahlen

Eine Gesellschaft mit beschränkter Haftung ist kraft ihrer Rechtsform Mitglied bei der jeweilig zuständigen Industrie-und Handelskammer (IHK). Das Verwaltungsgericht Koblenz hat vor Kurzem rechtskräftig entschieden, dass eine GmbH die Beiträge zur IHK auch dann bezahlen müsse, wenn sie ihr Gewerbe abgemeldet hat, jedoch noch nicht die Löschung im Handelsregister beantragt worden ist.

Tipp: Nicht relevant ist, ob und in wie weit die GmbH gewerblich tätig ist. Deshalb kann eine Anpassung des Beitrags der Höhe nach geltend gemacht werden. Betroffene Gesellschaften sollten so bald als möglich auch die Löschung im Handelsregister beantragen, um unnötige IHK-Zahlungen zu vermeiden.

Frohe Weihnachten und einen guten Rutsch ins Neue Jahr

Seit einem Jahr ist unsere Steuerkanzlei Partner von Unternehmer.de im Bereich der steuerlichen Informationen. An dieser Stelle möchten wir uns gerne beim gesamten Redaktionsteam für die stets gute und erfolgreiche Zusammenarbeit bedanken. Natürlich geht der Dank auch an die treuen Leser des Monatsmagazins. Wir freuen uns auf das kommende Jahr und wünschen Ihnen, liebe Leserin und lieber Leser, eine schöne Vorweihnachtszeit, fröhliche Weihnachten im Kreise Ihrer Lieben und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Haftungsausschluss:
Der Inhalt des Beitrags ist nach bestem Wissen und Kenntnisstand erstellt worden. Die Komplexität und der ständige Wandel der Rechtsmaterie machen es notwendig, Haftung und Gewähr auszuschließen. Der Beitrag ersetzt nicht die individuelle persönliche Beratung.

(Bild: © Bertold Werkmann – Fotolia.com)

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