Forderungsmanagement: So bestehen Sie heute am Online-Markt!

Veröffentlicht am 9. April 2015 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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Forderungsmanagement: So bestehen Sie heute am Online-Markt!Im Zeitalter des Internets muss das Forderungsmanagement eines Unternehmens angepasst werden. Wer langfristig am Online-Markt bestehen möchte, der muss sich an den neuen Gegebenheiten orientieren.

Viele Unternehmen passen Ihren Shop an, beschäftigen sich mit Social Media und dem Online-Marketing, was auch gut und richtig ist, doch sie vergessen, ihr Forderungsmanagement neu auszurichten. Doch genau das ist wichtig, denn es befindet sich im Wandel.

Mit welchen Problemen hat das Online-Business zu kämpfen?

Eine Studie des EHI Retail Institute zeigt, dass der Kauf auf Rechnung das beliebteste Zahlungsmittel im deutschen Online-Business ist.

Danach folgen die Zahlungsvorgänge mittels PayPal sowie mithilfe des Lastschriftverfahrens. Diese Zahlungsarten sind zwar sehr beliebt, bergen für das Unternehmen aber auch Gefahren.

So kommt es nicht selten vor, dass Rechnungen nach dem Kauf nicht bezahlt werden oder entsprechende Rückbuchungen stattfinden.

Das hat Folgen für das Online-Business, wenn es sich hierbei nicht um Einzelfälle handelt.

Eine „Statistika“-Studie zeigt, dass allein zwischen November 2013 und November 2014 jeden Monat jeweils rund 1.800 bis 2.100 Unternehmen in Deutschland Insolvenz angemeldet haben.

Auf ein Jahr gesehen kommt man so auf fast 26.000 Unternehmensinsolvenzen. Hauptgrund einer solchen Insolvenz ist nach wie vor die bereits eingetretene oder sich ankündigende Zahlungsunfähigkeit.

Was bedeutet der Wandel für das Online-Business?

Fakt ist, dass das Online-Business immer mehr Bedeutung gewinnt. Fast niemand kann es sich leisten, hier nicht präsent zu sein. Doch dem gegenüber stehen die klassischen Inkassounternehmen, deren Hauptproblem der technische Fortschritt ist.

Nicht selten kommt es dann dazu, dass Online-Geschäfte unter diesem veralteten System leiden. Dass ein Inkasso-Unternehmen dem Internethandel nicht gewachsen ist, zeigt sich deutlich durch diese Punkte:

  1. Die Kommunikationsformen sind nicht den modernen Gegebenheiten angepasst. Kommuniziert wird zum Beispiel auf dem postalischen Wege, was im schnellen Internetzeitalter zu unnötigen Problemen führt.
  2. Gläubiger werden dazu aufgefordert, ihre Forderungen als Excel-Tabelle zu versenden. Dieser Prozess gilt als mangelhaft.

Das sind die Folgen aus diesem Missverhältnis:

  1. Es wird ein Zahlungsausfall von bis zu 20 Prozent beobachtet.
  2. Rund 80 Prozent aller Internetunternehmen haben mit Zahlungsausfällen zu kämpfen.
  3. Das Image der Internetunternehmen verschlechtert sich durch die mangelhafte Kommunikation seitens der Inkassounternehmen.

Das Forderungsmanagement sollte modern und professionell sein

Als Unternehmer lohnt es sich nicht, den Online-Handel auszuschließen. Immerhin wird mittlerweile fast die Hälfte aller deutschen Umsätze über das Internet erwirtschaftet.

Auch ist es meist keine Lösung, die Zahlungsmöglichkeiten anzupassen. Würden Sie den Kauf auf Rechnung, die Bezahlung via PayPal oder das Lastschriftverfahren aus Ihren Zahlungsmethoden streichen, so könnte dies zu Kaufabbrüchen führen. Grund hierfür ist, dass viele Verbraucher an diese Zahlungsmöglichkeiten gewöhnt sind. Sie kaufen bei unterschiedlichen Online-Shops gerne mit ihrer liebsten Zahlungsmethode ein.

Ist diese künftig nicht mehr vorhanden, kann dies mitunter zum Shop-Wechsel beitragen. Die Folge sind erneute Umsatzeinbrüche. Besser ist es, das Forderungsmanagement auf den Online-Markt anzupassen. Mit diesen fünf Punkten wirken Sie Zahlungsausfällen professionell entgegen:

1. Arbeiten Sie mit festen Zyklen

Wenn eine Rechnung nicht bezahlt wird, sollten Sie anschließend die entsprechenden Mahnungen versenden.

Arbeiten Sie hierbei mit einem festen Zyklus und lassen Sie nicht zu viel Zeit verstreichen. Zahlt der Kunde nicht, ist die direkte Übergabe an ein Inkassounternehmen sinnvoll, da dies die Erfolgsaussichten erhöht.

2. Kommunizieren Sie modern

Auch als Unternehmen können und sollten Sie auf die modernen Kommunikationskanäle zurückgreifen. Das hat viele Vorteile für Sie, denn E-Mails sind beispielsweise deutlich schneller da als Briefe. Dadurch entsteht keine Unklarheit über den Forderungseinzug.

3. Bieten Sie Ihren Kunden viele Zahlungsmethoden an

Wenn Sie möglichst viel Umsatz machen möchten, sollten Sie die Kunden in der Auswahl des geeigneten Zahlungsmittels nicht einschränken. Bieten Sie beispielsweise auch eine Kreditkartenzahlung an. Verschließen Sie sich keineswegs vor modernen Zahlungsmethoden, wie zum Beispiel vor PayPal.

4. Lernen Sie aus Fehlentscheidungen

Als Unternehmen sollten Sie Ihr Forderungsmanagement stets im Blick haben. Sollten Sie feststellen, dass einige Zahlungsmethoden zu einem erhöhten Zahlungsausfall führen, weil Kunden nicht zahlen oder sich Beträge zurückbuchen lassen, so müssen Sie zwingend umdenken.

Versuchen Sie in einem ersten Schritt, die Zahlungsmethoden einzugrenzen. Gestatten Sie beispielsweise nur Stammkunden oder Neukunden nur bis zu einem gewissen Betrag, diese Zahlungsmethode zu nutzen.

In einem weiteren Schritt können Sie Zahlungsmethoden auch streichen. Diesen Schritt sollten Sie aus Konkurrenzgründen allerdings gut überdenken.

5. Delegieren Sie das Forderungsmanagement

Es spricht vieles dafür, das eigene Forderungsmanagement zu delegieren. Denken Sie hierbei vor allem an zeitliche Faktoren sowie Personal- und Sachkosten. Wichtig ist hierbei nur, dass Sie die Wahl des Inkassounternehmens mit Bedacht treffen.

Prüfen Sie insbesondere bei einem Online-Business, ob das Inkassounternehmen Ihren Anforderungen an eine moderne Kommunikation gerecht werden kann.

Fazit: Der Inkasso-Wandel führt zum Umdenken

Seit den 1990er Jahren gibt es die klassischen Inkassodienstleister, die sich jedoch nur wenig gewandelt haben. Ganz im Gegensatz zum Markt, denn das Online-Business hat andere Bedürfnisse als noch in den 90er Jahren, weshalb ein modernes, erfolgreiches Forderungsmanagement für Internetunternehmen unerlässlich wird.