Jahresabschluss: Nicht nur für’s Finanzamt interessant!

Veröffentlicht am 11. Dezember 2014 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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Jahresabschluss: Nicht nur für's Finanzamt interessant!Wollen Unternehmen die Bank als dauerhaft starken Partner binden, müssen die Jahresabschlüsse auf diese Anforderung hin zugeschnitten sein. Dazu gehört auch die Bilanz: Sie bildet die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit eines Unternehmens ab.

Der Jahresabschluss: Das Unternehmen von der besten Seite präsentieren

  • Jahresumsatz betrachten,
  • Einnahmen-Überschussrechnung aufstellen,
  • Steuerschuld laut Tabelle errechnen, zahlen, fertig

So sieht grob gesprochen das Verfahren bei Freiberuflern und Einzelunternehmern aus, wenn es an die Steuererklärung geht. Bei Personen- und Kapitalgesellschaft stellt sich der Sachverhalt etwas anders dar. Sie sind nicht nur zur ordentlichen Buchführung verpflichtet, sondern müssen auch umfangreiche Jahresabschlüsse erstellen.

Ein Hauptbestandteil eines solchen Jahresabschlusses ist die Bilanz. Sie dient vor allem der Darstellung des Betriebsvermögens und ist ein Instrument zur Ermittlung der objektiven wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit eines Unternehmens. Zudem bildet sie unter anderem eine Grundlage für die Ermittlung der Bemessungsgrundlagen von Einkommen- beziehungsweise Körperschaftsteuer und Gewerbesteuer nach dem Gewerbeertrag.

Nicht nur für das Finanzamt interessant: Banken & Kreditgeber überzeugen

Wichtig dabei ist vor allem, dass die Effizienz und Stärke eines Unternehmens in der Bilanz zum Ausdruck kommt. Denn Jahresabschluss und Bilanz sind nichts, was nur für die Augen des Finanzamtes erstellt wird und dann wohlgefällig im Regal verschwindet. Die Steuerbilanz ist existenziell wichtig für zum Beispiel Kreditverhandlungen mit der Bank.

Seit Beginn des Jahres ist die Basel III-Richtlinie in Kraft. Banken müssen für ihre Kreditgeschäfte laut dieser Richtlinie mehr Eigenkapital als zuvor hinterlegen und für finanziell schwierige Zeiten Reserven aufbauen. Das wirkt sich aufs Kreditgeschäft aus: Unternehmen, deren Risiko als hoch eingestuft wird, zahlen mehr für einen Kredit – oder der Kreditantrag wird komplett ablehnt – eine existenzbedrohende Situation. Das heißt konkret: Durch die verschärften Regeln wird es zum Teil schwerer, überhaupt Kredite bei den Finanzinstituten zu erhalten.

Mögliche Kreditverhandlungen im Hinterkopf behalten!

Unternehmer können diese Prozesse aber beeinflussen, unter anderem durch einen passenden Jahresabschluss. Dieser muss so gestaltet sein, dass er das Unternehmen in ein gutes Licht stellt. Das verhilft zu einem positiven Rating bei der Bank und verhindert, dass die Kreditvergabe zu teuer oder sogar unmöglich wird. Deshalb kommt es aus steuerlicher Sicht darauf an, Jahresabschlüsse genau auf diese Fragestellung zuzuschneiden. Sie dürfen gerade nicht nur aus steuerlicher Sicht gestaltet sein, um dieselben zu sparen, sondern müssen auf mögliche Kreditverhandlungen hin ausgerichtet sein.

Könnte so die Zukunft aussehen?

Gleichmäßige Optimierung der Steuern & Finanzen

Es ist also alles andere als ratsam, wenn sich Unternehmer von ihren Steuerberatern bei der Steuerbilanzierung nur hinsichtlich der Steueroptimierung beraten lassen. Es nützt einfach nichts, vielleicht etwas weniger Steuern zu zahlen, aber Investitionen nicht finanzieren zu können – das kann das Unternehmen in eine viel schwerere Schieflage versetzen als ein paar tausend Euro mehr Körperschafts- und Gewerbesteuer. Es ist immer wieder festzustellen, dass Unternehmer das Finanzamt als ihren größten Feind ansehen. Doch das ist mitnichten der Fall: Viel entscheidender ist, dass die Bank ein Partner ist, auf den sich die Unternehmer dauerhaft verlassen können.

Dem Steuerberater nicht blind vertrauen

  • Doch was heißt das jetzt genau für Unternehmer?
  • Welche Schlüsse ziehen sie daraus für ihre Abläufe, die Kommunikation mit dem Steuerberater und die Erstellung des Jahresabschlusses?

Sie sollten sich vor allem eine eigene Meinung über die Bedeutung den Jahresabschluss und vor allem die Zukunft bilden. In Vordergrund steht für sie, alle Szenarien durchzuspielen, um auf diese Weise festzustellen, welche Auswirkungen eine steuerbilanzielle Entscheidung auf die Zukunft haben kann. Blindes Vertrauen à la „Der Steuerberater wird’s schon richtig machen“, kann zu Fehlentscheidungen führen. Der typische fiskalische Fokus vieler Steuerberater ist fehl am Platze – die betriebswirtschaftliche Brille muss her, um die Bilanz umfassend zu gestalten und das Unternehmen damit in alle Richtungen abzusichern.

Zeit für den Jahresabschluss: Was muss beachtet werden?

Wie erstellt man den Jahresabschluss eines Unternehmens erfolgreich? Im folgenden Video werden mehrere Aspekte aufgezeigt, die man hierfür unbedingt beachten sollte:

Diesen Artikel haben Burkhard Küpper und Peter Lohmann gemeinsam verfasst. Burkhard Küpper ist Steuerberater und geschäftsführender Gesellschafter der Lohmann & Küpper Steuerberatungsgesellschaft.