Steuererklärung 2012: Aktuelle Änderungen bei Verspätungszuschlägen und Betriebsprüfung

Veröffentlicht am 23. Dezember 2013 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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Steuererklärung 2012: Aktuelle Änderungen bei Verspätungszuschlägen und BetriebsprüfungAm Jahresende haben Unternehmer vieles zu bedenken: Sie müssen Pläne machen für das kommende Geschäft, Verhandlungen mit Kunden, Lieferanten und Mitarbeitern über die Zukunft führen und, und, und. Eines dürfen sie aber nicht vergessen, denn es ist ganz wesentlich: ihre Steuererklärungen.

Ganz zentral ist die pünktliche Abgabe der Steuererklärung durch den Steuerberater. Denn mittlerweile kann es sehr kostspielige Konsequenzen haben, wird die Steuererklärung nicht fristgerecht zum 31. Dezember eingereicht – in diesem Jahr ist an Silvester die Erklärung 2012 fällig. Die Finanzverwaltung hat die Festsetzung der Verspätungszuschläge neu organisiert, und dies führt zu einer Erhöhung der Zuschläge. Bis zu zehn Prozent der festgesetzten Steuer (nicht des Nachzahlungsbetrags) werden dann fällig. Ein Beispiel: Bei einer Körperschaftsteuerfestsetzung von 30.000 Euro, von denen 28.000 Euro bereits im Voraus gezahlt wurden, beträgt der mögliche Verspätungszuschlag 3.000 Euro.

Was steht uns noch bevor?

Doch was ist neu daran? Die Finanzverwaltung hat die Software geändert, und die Verspätungszuschläge werden ab sofort automatisiert festgesetzt. Und die Erfahrungen haben gezeigt, dass die Anträgen zur Herabsetzung oder dem Erlass nur in besonderen Ausnahmefällen stattgegeben wird. Die Finanzverwaltung baut ihre Software konsequent um. Aktuell arbeitet die sie an Softwareverfahren, mit deren Hilfe automatisiert Informationen über das Abgabeverhalten der Mandanten gespeichert werden. Diese Daten werden dann für die Entscheidung über Anträge und Einsprüche und bei der Entscheidung, ob eine Betriebsprüfung stattfinden soll, mit herangezogen. Nicht bestätigt werden konnte eine schwarze Liste von Steuerberatern.

Risiko der Betriebsprüfung steigt

Durch die Einführung der elektronischen Steuererklärung hat die Finanzverwaltung Erfassungszeiten im Finanzamt eingespart. Über diesen Weg wurde die Erfassungslast auf den Mandanten abgewälzt. Die nun entstehenden Überkapazitäten aus der Datenerfassung wurden der Betriebsprüfung zur Verfügung gestellt. Das Risiko einer Betriebsprüfung steigt also.

Unternehmer müssen jetzt zudem gemeinsam mit ihren Steuerberatern über das laufende Jahr, die geschäftliche Entwicklung und die Bilanz sprechen. Stichtag für den Jahresabschluss ist ja in der Regel der 31. Dezember, und diese Zahlen sind dann für die Banken wichtig, damit es beispielsweise bei Kreditlinien keine Schwierigkeiten gibt. Steuerberater können schon zeitig an den laufenden Zahlen ablesen, an welchen Stellen Optimierungsbedarf besteht. Wenn etwas falsch läuft, ist noch bis zum 31. Dezember Zeit, die Dinge zu korrigieren. Rückwirkend aber werden sich Probleme nur schwer revidieren lassen. Deshalb müssen Unternehmer jetzt gemeinsam mit ihren Beratern gegensteuern.

Viele Unternehmer kümmern sich zu spät um „offene Baustellen“ in Bilanz und Co. oder gehen zu unbedarft an verschiedene Dinge heran. Wer beispielsweise einen Immobilienkauf plant, sollte nicht einfach zuschlagen oder aufs nächste Jahr warten, sondern transparent mit seinen Steuerberatern diskutieren, wann der richtige Zeitpunkt ist. Ein solcher Kauf kann sich je nach steuerlicher Situation zum jetzigen oder späteren Zeitpunkt lohnen. Wichtig ist, solche Dinge mit den Beratern zu besprechen, um Fehler zu vermeiden. Die Anzahl der Unternehmer, die ohne Rücksprache beim Notar Verträge unterschrieben und sich damit unwissend ruiniert haben, ist hoch.

Die Bank als Partner gewinnen

Unternehmer dürfen zudem nicht den Fehler machen und nur die Finanzverwaltung als Adressaten des Jahresabschlusses in den Fokus rücken. Viel entscheidender ist es, den Jahresabschluss unter dem Gesichtspunkt der Bank aufzustellen. Banken lassen in schwierigen Zeiten reihenweise ihre Mandanten im Regen stehen. Werden beispielsweise Kreditlinien nicht verlängert oder neue Kredite aufgrund bankinterner Bewertungen auf einmal teurer als bisher gewohnt, kann sich das sehr negativ auf die Geschäfte auswirken und sogar dazu führen, dass das ganze Unternehmen in der Existenz bedroht ist. Ein betriebswirtschaftlich versierter Steuerberater sorgt für eine stabile Basis bei der Bank des Mandanten und kann dementsprechend dauerhaft eine gute und partnerschaftliche Zusammenarbeit bei allen Finanzierungsfragen gewährleisten.