Macht der Bau einer Immobilie für die eigene Firma Sinn?

Veröffentlicht am 16. August 2013 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

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Macht der Bau einer Immobilie für die eigene Firma Sinn?Wann lohnt sich Bauen für Unternehmer und wann nicht? Welche Vorteile bringt eine Immobilieninvestition zur eigenen Nutzung, und welche Möglichkeiten zur kostengünstigen Baufinanzierung gibt es?

Hier erfahren Sie, wann ein gewerbliches Bauvorhaben Sinn macht und unter welchen Voraussetzungen Sie Unterstützung bei der Finanzierung erhalten können.

Gewerbeimmobilie bauen oder mieten?

Wenn anhaltend hohe Nachfrage ein Unternehmen an seine räumlichen und personellen Grenzen bringt, ist der klassische Grund zum Bau einer eigenen Gewerbeimmobilie gegeben: Expansion. Kurzzeitige Konjunkturspitzen rechtfertigen eine derart planungs- und kostenintensive Maßnahme in der Regel nicht, denn bis Ihre neue Produktionshalle oder Ihr größeres Logistik- und Versandzentrum in Betrieb gehen kann, könnte die Auftragslage schon wieder ganz anders aussehen. Es gehört daher schon etwas unternehmerischer Wagemut und Vertrauen in die positive Unternehmensentwicklung dazu, den Schritt zum Bau einer eigenen Gewerbeimmobilie zu wagen.

In gewissen Grenzen ist das Risiko jedoch kalkulierbar. Entscheidend ist, dass das Wachstum Ihres Unternehmens nicht allein an die allgemeine Konjunkturentwicklung gekoppelt ist, die zyklischen Schwankungen unterliegt – dann ist Mieten die bessere Lösung – sondern auf inhärenten Faktoren beruht, dem langfristigen Werteaufbau Ihres Unternehmens, der Konjunkturschwankungen abfangen kann, zum Beispiel:

  • einer gelungenen Konsolidierung der Marktposition unter den Mitbewerbern,
  • einer soliden Verankerung in der Zielgruppe und einer gelungenen Markenbildung (Stichwort: „Brand Awareness“),
  • Marktnähe und Innovationspotenzial, um auf wechselnde Erfordernisse schnell und flexibel reagieren zu können;
  • Alleinstellungsmerkmale

Wann der richtige Moment zum Bauen gekommen ist, lässt sich an Ihren Unternehmenszahlen ablesen, insbesondere an der Kommunikation zwischen Unternehmen und Kunden. Gleichbleibend hohe Nachfrage, über längere Zeiträume wachsender Kundenstamm, konstant hohe Anzahl neuer Leads und Anfragen – dann wird es Zeit, sich über eine räumliche Vergrößerung des Unternehmens Gedanken zu machen.

Vorteile der eigenen Gewerbeimmobilie

Planungs- und Baukosten, und die Aufwendungen für Einrichtung und Anlagen sind Unkosten, die durch handfeste Vorteile aufgewogen werden müssen, damit das Bauvorhaben unternehmerisch Sinn macht. Zu diesen Vorteilen zählen:

  • Eigentümer einer Gewerbeimmobilie sind nicht von steigenden Mietpreisen betroffen.
  • Vertrauensschutz: Auch bei Änderungen der Steuergesetze gelten die steuerlichen Regelungen, die zum Zeitpunkt der Inbetriebnahme wirksam waren, über den gesamten Nutzungszeitraum – hier lauern keine bösen Überraschungen, was zur Kosten- und Planungssicherheit beiträgt.
  • Immobilien,die dauerhaft zum Gewerbebetrieb genutzt werden, zählen, solange sie nicht verkauft werden, zum Anlagevermögen und steigern den Wert des Unternehmens.
  • Selbst genutzte Gewerbeimmobilien sind nach AfA abschreibungsfähig, da sie einer Abnutzung unterliegen. Steuerrechtlich betrachtet, gehören die Abschreibungen zu den Betriebsausgaben, was die Steuerlast mindert – und das für Jahrzehnte.
  • Auch Kreditzinsen und finanzielle Aufwendungen für Planung, Beratung und Bau wirken als Betriebsinvestitionen gewinnmindernd und sind steuerlich absetzbar.
  • Eigene Gewerbeimmobilien erleichtern die Aufnahme von Ratenzahlungskrediten – ein leidiges Thema für viele Selbstständige. Da hier handfeste Sicherheiten vorhanden sind, kann die Immobilie Rückendeckung geben, wenn ein kurzfristiger Liquiditätsengpass mit einem Ratenkredit überbrückt werden soll oder für eine Investition Kredit benötigt wird.
  • Produktions- und Distributionsprozesse, Logistik, Kommunikation und Verwaltung lassen sich in einer geplanten Umgebung effizienter organisieren als in einer gewachsenen, was die Abwicklung von Aufträgen beschleunigt und die Kosten dämpft.

Hilfen zur gewerblichen Baufinanzierung

Finanzierungspartner für Gewerbeimmobilien zu finden, ist leider nicht einfach, da Banken bei gewerblicher Baufinanzierung aufgrund des höheren Ausfallrisikos die Messlatte deutlich höher legen als bei privater. Besonders attraktiv für gewerbliche Bauvorhaben sind spezielle Unternehmerkredite, die – sofern die Fördervoraussetzungen erfüllt sind – für kleine und mittlere Unternehmen teilweise bei einer Laufzeit von maximal 20 Jahren zinsgünstig in Anspruch genommen werden können, um zum Beispiel Baukosten, Firmenfahrzeuge, Anlagen, Maschinen und Computer, Mobiliar und selbst laufende Kosten wie Personal- und Beratungskosten zu finanzieren. Bedingung ist oftmals, dass die Fördermittel vor Beginn des Bauvorhabens beantragt werden, das Unternehmen seit mindestens drei Jahren besteht, kein Sanierungsfall ist und sich zu mindestens 50 % in Privatbesitz befindet.

(Bild: © olly - fotolia.de)