Externe Nachfolger haben größere Finanzierungsprobleme

Veröffentlicht am 8. Februar 2011 in der Kategorie Finanzen & Steuern von

Viele Familienunternehmen suchen händeringend einen Nachfolger – und greifen dabei immer häufiger auf externe Manager zurück. Diese haben allerdings größere Probleme als Nachfolger aus der Familie, die Finanzierung zu sichern.

Das gehe aus einer Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) unter mehr als 1.100 Nachfolgern hervor, berichtet das Gründerportal impulse-gruenderzeit.de. Demnach ist die Finanzierung besser gesichert, wenn ein Familienmitglied der neue Geschäftsführer wird, als bei einem externen Nachfolger. So benötigten nur zehn Prozent der Familiennachfolger überraschend eine zusätzliche Kapitalspritze, aber 20 Prozent der familienfremden Junioren. Allerdings wachse die Umsatzrendite der externen Junioren stärker als bei Familiennachfolgern. Sie forcierten auch die internationale Expansion der Firmen stärker.

Insgesamt beurteilen der Studie zufolge vier von fünf Juniorchefs die Vorbereitung der Nachfolge positiv. Bei gut zwei Dritteln (70 Prozent) der externen Lösungen seien die Nachfolger den Seniorchefs bereits bekannt. In mehr als der Hälfte der Fälle sei es schon früher zu Geschäftskontakten gekommen. Zudem würden externe Nachfolger in jedem zweiten Fall bereits in die Planungsphase des Übergabeprozesses einbezogen.

In fast zwei Dritteln der Betriebe ist der frühere Unternehmer laut Studie nach der Übergabe weiter tätig – bei der Hälfte der Firmen sogar in Führungsfunktion. Jedoch setzten die Junioren eher auf einen teamorientierteren Führungsstil als ihre Vorgänger. Externe Nachfolger führten zudem besonders häufig organisatorische Veränderungen durch – etwa Zulieferverträge kündigen, neue Berater beauftragen oder die Hausbank wechseln.

Ein weiteres Ergebnis der Studie: Externe Juniorchefs stoßen auf höhere Akzeptanz bei der Belegschaft als familieninterne Nachfolger. Dies liegt laut impulse-gruenderzeit.de wahrscheinlich daran, dass gerade langjährige Angestellte den neuen Eigentümer schon als Kind kannten. Sie hätten dann Schwierigkeiten, den Nachwuchs als Führungskraft anzuerkennen. (uqrl)

www.impulse-gruenderzeit.de

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