DJ XETRA-START/Schwach – Unsicherheit vor Fed und Obama-Rede
DJ XETRA-START/Schwach – Unsicherheit vor Fed und Obama-Rede
FRANKFURT (Dow Jones)–Die deutschen Aktienmärkte sind mit kräftigen Kursverlusten quer durch nahezu alle Branchen in die Wochenmitte gestartet. Besonders herb fallen die Abschläge bei Zyklikern und Finanzwerten aus, als defensiv geltende Titel halten sich besser als der Gesamtmarkt. Händler verweisen auf das schwache späte Geschäft an Wall Street und die Unsicherheit vor geldpolitischen Entscheidung der Federal Reserve sowie der Rede zur Lage der Nation von US-Präsident Barack Obama.
Bis 9.49 Uhr fällt der DAX um 1,3% oder 71 Punkte auf 5.598 und zeigt sich damit schwach. Charttechnisch ist der Leitindex nunmehr im Bereich von 5.575 Punkten unterstützt, Widerstand findet sich auf dem Niveau von 5.748 Punkten. In der zweiten Reihe geht es für den MDAX um 1,3% oder 97 Punkte auf 7.460 nach unten, der TecDAX verliert 0,8% oder 6 Punkte auf 804.
Neben den US-Vorgaben sorgt Marktteilnehmern zufolge die für den Abend angekündigte geldpolitische Entscheidung der Federal Reserve für Zurückhaltung. Angesichts des anhaltend schwachen Arbeitsmarkts der größten Volkswirtschaft der Welt und weiter faktisch stabiler Lebenshaltungskosten gehen Ökonomen freilich nicht davon aus, dass die Währungshüter um Chairman Ben Bernanke an der Zinsschraube drehen werden. Wie bereits anlässlich der vorangegangenen Sitzungen des Offenmarktausschusses dürfte daher den begleitenden Kommentaren besondere Bedeutung zukommen.
Darüber hinaus wird sich US-Präsident Barack Obama zur Lage der Nation äußern. "Womöglich wird er bei diesem Anlass weitere Details zu seinen Plänen zur Regulierung des Finanzsystems nennen", sagt der Händler. Obamas Ankündigung drastischer Beschneidungen des Eigenhandels und der Anlagen in Alternative Investments von Geschäftsbanken hatte bereits in der vergangenen Woche zu herben Kursverlusten im Finanzsektor geführt. Deutsche Bank verlieren am Mittwoch 2,7% auf 43,35 EUR und sind damit bislang Tagesverlierer unter den heimischen Standardwerten. Für Commerzbank geht es um 2,0% auf 5,87 EUR nach unten.
An "harten" Konjunkturdaten stehen weiterhin die US-Neubauverkäufe im Dezember auf dem Programm. Volkswirte rechnen im Mittel ihrer Prognosen mit einem Anstieg um 2,8% gegenüber dem Vormonat. Schließlich wird aus den USA noch die wöchentliche Entwicklung der Zahl der Hypothekenanträge erwartet. Auch die avisierten Quartalsberichte der Wall-Street-Unternehmen könnte sich hier zu Lande auf die Kurse auswirken. Aus dem Dow-Jones-Index werden Boeing, Caterpillar und United Technologies ihre Zahlenwerke für die letzten drei Monate des vergangenen Jahres vorlegen.
Besser als der Gesamtmarkt halten sich unter anderem SAP, die "nur" 0,3% auf 32,61 EUR verlieren. Die Walldorfer Softwareschmiede hat am Morgen den detaillierten Geschäftsbericht für das vierte Quartal vorgelegt. "Der Margenausblick ist aber überraschend gut", so ein anderer Marktteilnehmer. Henkel fallen "lediglich" um 0,2% auf 36,07 EUR, Deutsche Telekom verbilligen sich "nur" um 0,8% auf 9,64 EUR.
Lediglich "optisch" schwach zeigen sich Siemens, für die es um 2,4% auf 66,31 EUR nach unten geht. Nach der Hauptversammlung am Vortag werden die Aktien des Mischkonzerns mit einem Dividendenabschlag von 1,60 EUR gehandelt. Dies entspricht 2,4% des Schlusskurses vom Dienstag. Unter dem Strich notiert der Wert also unverändert.
In der zweiten Reihe fallen Wacker Chemie um 5,4% auf 102,40 EUR zurück. "Angekündigt, aber in diesem Umfang nicht erwartet", kommentiert Lampe-Bank-Analyst Frank Neumann die Wertberichtigungen, die dem Unternehmen für das vergangene Jahr ein negatives Konzernergebnis von 80 Mio EUR eingebrockt haben. Bei den einmaligen Belastungen von insgesamt 340 Mio EUR handele es sich in erster Linie um Abschreibungen nach dem Rückzug aus dem Gemeinschaftsunternehmen Wacker Schott sowie Pensionsrückstellungen.
SMA Solar brechen um 8,1% auf 79,50 EUR ein. Das Unternehmen hat das Erreichen einer EBIT-Marge von mehr als 20% als schwierig bezeichnet. "SMA Solar ist bei vielen Analysten einer der Top-Werte der Branche, die Konsensprognose für die EBIT-Marge dürfte knapp über 20% liegen", vermutet ein Händler. UniCredit beispielsweise rechnet 2010 mit einer EBIT-Marge von 21,4%.
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January 27, 2010 03:56 ET (08:56 GMT)
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