DJ Flottengeschäft stärkt im Januar Fahrzeugverkäufe in den USA
DJ Flottengeschäft stärkt im Januar Fahrzeugverkäufe in den USA
NEW YORK (Dow Jones)–Der US-Automobilmarkt hat sich im Januar einmal mehr als gutes Pflaster für ausländische, vornehmlich deutsche Hersteller erwiesen. Die saisonbereinigte jährliche Verkaufsrate stieg im ersten Monat des Jahres 2010 auf 10,8 Mio Fahrzeuge. Zum Vergleich: Im Vorjahresmonat lag sie bei 9,6 Mio Einheiten. Damit ist der Januar 2010 laut Marktbeobachtern von Autodata Corp der dritte Monat in Folge mit steigenden Verkaufszahlen. Bei aller Euphorie sollte nicht vergessen werden, dass ein erheblicher Teil des Zuwachses auf das weniger rentable Flottengeschäft entfallen ist.
Von den Herstellern wagt einzig GM einen Branchenausblick bis zum Ende des Jahres: "Ausgehend von einer anziehenden US-Wirtschaft heben wir unsere Prognose auf 12 Mio von 11,5 Mio Einheiten an", teilte der Automobilkonzern mit. Überhaupt hat sich GM viel vorgenommen. So wollen die Detroiter von den Schwierigkeiten des Wettbewerbers Toyota profitieren. GM werde Toyota als größten Automobilhersteller der Welt einholen, sagte der erste Verkaufsanalyst von GM. Die US-Verkaufszahlen sind ein Anfang. 146.825 Fahrzeuge brachte die Marke im Januar unters Volk. Das ist ein Anstieg von 13,6% gegenüber dem Vorjahr. Mehr Fahrzeuge als GM hat im Januar absolut gesehen kein Wettbewerber verkauft.
Auf Platz zwei folgt Ford. Von dem Hersteller aus Dearborn verließen 112.406 Fahrzeuge die Schauräume der Händler – um hauptsächlich im Fuhrpark von Unternehmen oder Vermietstationen Dienst zu tun. Die Zahl der verkauften Flottenfahrzeuge hat Ford im Januar mehr als verdoppelt. Der Hersteller selbst attestiert sich nun einen Marktanteil von 16%.
Einzig Chrysler trübt das Bild vom Wiederaufleben der "Big Three", der großen drei US-Automobilhersteller. Auch unter der Ägide von Fiat findet die Chrysler Group LLC nicht richtig Tritt. Die Zahl der verkauften Automobile fiel um 8% auf 57.143 Fahrzeuge. Selbst von den drei japanischen Hersteller – Toyota, Honda und Nissan – verkaufte jeder für sich genommen absolut mehr Fahrzeuge als Chrysler.
Dabei sind auch unter ihnen nicht nur Gewinner – im Gegenteil: Toyota entpuppt sich sogar als der große Verlierer. Von Rückrufen und Verkaufsstopps gebeutelt sank die Zahl der verkauften Fahrzeuge im Januar um 8,7% auf 98.796 Stück. Er schätze, so Group Vice President Bob Carter, dass Toyota aufgrund der eingeleiteten Aktionen etwa 20.000 Fahrzeuge weniger verkauft habe. Bevor die Schwierigkeiten aufgetreten sind, sei die Marke auf einem guten Weg gewesen, im Januar steigende Verkaufszahlen zu melden.
Nachgelassen haben auch die Honda-Verkäufe mit 5% auf 67.479 Einheiten. Nissan stieg dagegen im ersten Monat 2010 in der Gunst der US-Verbraucher und verkaufte mit 62.572 rund 16% mehr Fahrzeuge.
Den prozentual mit Abstand höchsten Anstieg der US-Absatzzahlen hat jedoch die Marke Mercedes-Benz hingelegt. Die 15.158 im Januar verkauften Fahrzeuge bedeuten einen Zuwachs von 45,3%. Dicht gefolgt von Volkswagen, plus 41,4% auf 18.019 Einheiten, und Audi, plus 37,9% auf 6.510 Fahrzeuge. Mit "nur" 7,7% Zuwachs fällt BMW aus dem Reigen etwas heraus. Die Münchener verkauften in den USA inklusive 2.247 Autos der Marke Mini insgesamt 15.410 Einheiten.
Ein Nischendasein führen hingegen Porsche und Smart. Während die Zuffenhausener immerhin um 8% auf 1.786 Stück zulegten, dürfte es in Zukunft immer seltener werden, einen neuen Smart auf US-Straßen zu erblicken: Die 278 verkauften Exemplare im Januar bedeuten einen Rückgang um 84,3%.
Die deutschen Hersteller übertrafen somit unterm Strich das Vorjahresergebnis um 24%, teilte der Verband der Automobilindustrie (VDA) am Mittwoch mit. Damit konnten sie ihren Marktanteil um mehr als einen Prozentpunkt auf inzwischen über 8% steigern.
Webseiten: www.audi.de
www.bmw.de
www.daimler.com
www.porsche.com
www.volkswagenag.com
www.gm.com
www.ford.com
www.chrysler.com
www.toyota.co.jp
www.honda.com
www.nissan-global.com
- Von Jörn Ebberg, Sharon Terlep und Shwan Langlois, Dow Jones Newswires,
+49 (0)69 29725 104, unternehmen.de@dowjones.com
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February 03, 2010 04:15 ET (09:15 GMT)
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