DJ Börse Frankfurt/Peeters: "Shopping-Tour der besonderen Art"
DJ Börse Frankfurt/Peeters: "Shopping-Tour der besonderen Art"
5. November 2009. FRANKFURT (Börse Frankfurt). Wir befinden uns bereits in der tiefsten Vor-Adventszeit, wie frühe Dunkelheit am Abend und die prall gefüllten Regale mit Weihnachtsschokolade im Supermarkt eindrucksvoll belegen. Es ist langsam aber sicher an der Zeit, sich mit der Auswahl und der Kauf von Weihnachtsgeschenken zu beschäftigen. Der frühe Vogel fängt bekanntlich den Wurm, vielleicht lässt sich in der jetzigen Zeit auch das eine oder andere Schnäppchen machen. So oder ähnlich waren vielleicht auch die Gedankengänge der Investmentlegende Warren Buffett. Zumindest hat sich Buffett, seines Zeichens Vorstandslenker der Beteiligungsgruppe Berkshire Hathaway und einer der reichsten Männer der Welt mal eine Anschaffung der besonderen Sorte gegönnt. Buffett scheint in seinem tiefsten Inneren doch ein wenig ein kleiner Junge geblieben zu sein, denn er hat sich just das gekauft, was kleine Jungs zu Weihnachten gerne unter dem Christbaum finden: Eine Eisenbahn. Gut, weil er schon was älter und vermögender ist als ein Grundschüler war es dann auch etwas mehr als eine schnöde Modelleisenbahn. Buffett sicherte sich die Mehrheit der Bahngesellschaft Burlington Northern Santa Fe. Der Deal, der bereits im ersten Quartal des kommenden Jahres abgeschlossen werden soll, hat selbst für Buffetts Maßstäbe beeindruckende Dimensionen: Insgesamt kostet der Spaß rund 44 Milliarden US-Dollar, umgerechnet rund 30 Milliarden Euro. Der Kaufpreis von 100 US-Dollar pro Aktie beinhaltet einen Aufpreis von fast einem Drittel gegenüber dem Schlusskurs vom Vortag. Selbst für die an großen Deals nicht arme Vita von Warren Buffett bedeutet der Deal einen neuen Superlativ. Entsprechend hoch war die Signalwirkung für die Märkte. Denn Buffetts Wort hat Gewicht. Das "Orakel von Omaha" hat in der Vergangenheit in zahllosen Einzelfällen seine eindrucksvolle Gabe, Schnäppchen aufzuspüren, unter Beweis gestellt. Das letzte Ausrufezeichen hat er mitten in den schwärzesten Stunden der Finanzkrise mit seiner damals doch sehr antizyklischen Beteiligung bei der Investmentbank Goldman Sachs bewiesen. Was seinerzeit eher wie ein Mut machender, fast schon patriotischer Akt aussah, hat zumindest bis heute für beträchtliche Gewinne gesorgt. Die neue Wette hat in mehrfacher Hinsicht richtungsweisenden Charakter, auch für den Gesamtmarkt. Zum einen impliziert die schlichte Größe des Deals eine entsprechende Zuversicht und Risikofreude auf Investorenseite, zum anderen sind Beteiligungen an Transportunternehmen fast schon automatisch Wetten auf eine konjunkturelle Erholung. Dass eine solche in den USA nachhaltig einsetzt, ist beileibe kein Automatismus, würde aber die Herzen vieler Börsianer erwärmen, passend zur Vorweihnachtszeit. © 5. November 2009/Roger Peeters *Roger Peeters ist Vorstand der Close Brothers Seydler Research AG, einer Tochter der Frankfurter Wertpapierhandelsbank Close Brothers Seydler Bank. Zuvor leitete Peeters viele Jahre die Redaktion der "Platow Börse" und beriet den von ihm konzipierten DB Platinum III Platow Fonds. 2008 erschien von ihm 'Finde die richtige Aktie - ein Profi zeigt seine Methoden' im Finanzbuchverlag. Peeters schreibt regelmäßig für die Börse Frankfurt. Disclaimer Die nachfolgenden News werden Ihnen direkt von der Redaktion von boerse-frankfurt.de bereitgestellt. Die hierin enthaltenen Angaben und Mitteilungen sind ausschließlich zur Information bestimmt. Keine der hierin enthaltenen Informationen begründet ein Angebot zum Verkauf oder die Werbung von Angeboten zum Kauf eines Wertpapiers.
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November 05, 2009 06:30 ET (11:30 GMT)
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